Zen-View
Less is more. Durch Beschränkung wird ein kurzer Blick auf Weniges zum Besonderen.
Zusätzliche Informationen und weiterführende Links finden Sie in den Shownotes zu dieser Episode.
Less is more. Durch Beschränkung wird ein kurzer Blick auf Weniges zum Besonderen.
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Zur Bewältigung der Klimakrise werden auch Architekt*innen gebraucht, die Problemstellungen in der hochkomplexen Struktur des Bauens kooperativ lösen können. Der Architekt Gernot Mittersteiner erzählt von der bestechender Methodik des Mathematiker und Architekt Christopher Alexander, der an der University of California in Berkley "Eine Muster - Sprache" des Bauens entwickelt hat. Dieses System fasst alle Themenfelder von der Regionalentwicklung bis zu den Detailaufgaben der Innenarchitektur in einem großen, übersichtliches System zusammen.
Der Architekt Gernot Mittersteiner erzählt von der Möglichkeit netzartige Muster-Sprachen zur Entwicklung einer lokalen Baukultur zu entwickeln. Dabei spielt das lokal vorhandene Erfahrungswissen und offene Bürger*innen-Beteiligungsprozesse die tragende Rolle. Auf diese Weise kann eine nachhaltige Baukultur der lokalen Kreisläufe mit hoher Gestaltungsqualität entstehen. Im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt ist ein solches Pilotprojekt für die Gemeinde Grundlsee geplant.
Der Architekt Gernot Mittersteiner erzählt von seinen Begegnungen mit Christopher Alexander und dessen bestechender Methodik. Der Mathematiker und Architekt Christopher Alexander lehrte an der University of California in Berkley und entwickelte eine netzartige Muster-Sprache des Bauens.
Zusätzliche Informationen und weiterführende Links finden Sie in den Shownotes zu dieser Episode.
Werkzeuge prägen das Berufsleben. Von der schwierigen Handhabung beim ersten Kontakt über den virtuosem Umgang im aktiven Beruf bis hin zur nachlassenden Geschicklichkeit im Alter spannt sich der Bogen. Es entsteht eine Wechselwirkung zwischen Werkzeug und Mensch, die sich gegenseitig formen. Die Werkzeugpflege optimiert die Verwendbarkeit, doch jahrelanges Schärfen verkleinert das Werkzeug bis letztlich zur Unbrauchbarkeit.
Das Leitbild des Wachstums treibt auf die Ansprüche an den Wohnkomfort laufend nach oben. Der individuelle Anspruch an Wohnfläche wächst so wie der Energieverbrauch für Heizung und Klimatisierung. Die globale Krise der Klimaveränderung werden wir nur durch Komfortverzicht bremsen können. Aber das hört niemand gern. Vielleicht gelingt die Veränderung durch ein neues Wording besser: Wir müssen wieder bereit werden, die Jahreszeiten in ihrer Authentizität auch in den Innenräumen zu erleben.
Kleine, selbstorganisierte soziale Netzwerke vervielfachen effizient die Leistungsfähigkeit Einzelner. Weltweit finden seit der neolithischen Revolution Menschen zusammen um gemeinsam Häuser zu bauen. Dieses archetypische Modell der Arbeitsteilung erwacht unter dem Druck krisenhafter Situationen immer wieder neu. So entstand in den Wirren nach dem ersten Weltkrieg die Siedlerbewegung in Wien, wo Wohnungssuchende freie Grundstücke besetzten und dort gemeinschaftlich mit einfachen Materialien kleine Häuser bauten. Die kleinen Gärten mit der Möglichkeit zur Selbstversorgung festigten die Unabhängigkeitsbestrebungen der Siedler. Die dieser Form gemeinschaftlicher Arbeit wirkt soziale Motivation stärker als monetärer Anreiz. Aus Zweckgemeinschaften können stabile soziale Netzwerke entstehen, die sich auch lange nach der Fertigstellung des Bauwerks tragfähig sind.
Torfmoos wird großflächig in wiedervernässten Moorgebieten als organischer CO2-Speicher kultiviert. Erste Versuche zeigen dass aus dem geernteten Torfmoos nachhaltig hochwertige Dämmstoffe hergestellt werden können, die nicht nur ausgezeichnete bauphysikalische Kennwerte aufweisen sondern auch in ihrer optischen Erscheinung interessant sind.
Mit den Bemühungen, den globalen Klimawandel abzufedern, ist auch die gegenwärtige Ausprägung von Baukultur in Frage gestellt. Der ungezügelte Ressourcenverbrauch zur Herstellung kurzlebiger Bauten wird uns bereits in naher Zukunft teuer zu stehen kommen. Die erfolgsversprechende Lösungsstrategie für diese Problemstellung scheint in technischen Innovationen bis hin zu "Smart Buildings" zu liegen. Die Zukunft scheint Gebäuden zu gehören, die mit hochkomplexen technischen Systemen ausgestattet sind. Dabei wird aber durch mangelnde Technikfolgenabschätzung übersehen, dass gerade technische Innovationen den Ressourcenverbrauch in Summe steigern können. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das sogenannte Jevons-Paradoxon formuliert, wonach technische Innovationen, die eine effizientere Nutzung von Ressourcen erlauben, in weiterer Folge zu einer erhöhten Nutzung dieser Ressourcen führen, anstatt den Verbrauch zu senken. Dieses Paradoxon wird auch als Rebound-Effekt bezeichnet. So üben sich die Gesellschaften der entwickelten Welt seit den Ölpreiskrisen der 1970er Jahre im Energiesparen und steigern dennoch Jahr für Jahr Ihren Verbrauch.
Wenn also Innovation in Verbindung mit mangelnder Technikfolgenabschätzung keinen erfolgsversprechenden Lösungsansatz darstellt, kann sich gezielte Exnovationen, in Form von Reimplementierungen historisch bewährter Technologien, deren langfristige Folgen als realer Befund vorliegen, als erfolgreich erweisen.
Es geht um viel mehr, als nur ein Dach über dem Kopf zu haben. Was braucht es, damit wir uns in Räumen langfristig wohl fühlen? Ob ein Gebäude heute auf allen Ebenen „erfolgreich“ ist, ob es langfristig funktioniert und von den Menschen angenommen wird, hängt nicht nur von dessen energetischer Performance, seiner leichten Erreichbarkeit oder finanziellen Leistbarkeit ab, sondern in zunehmendem Maße von der Erfüllung jener Kriterien, die es zu einem an den Menschen angepassten Ort des Wohlbefindens machen – und der Grundstein dafür wird bereits im Planungsprozess gelegt.
Geruch, Farbe und Klang von Räumen sind Themenfelder dieses Gesprächs mit der Architektin und Color Designerin Pia Buxbaum.