Simple Smart Buildings

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(FI) Heute zu Gast in Simple Smart Buildings, Luise Sumereder. Luise Sumereder ist Hafnerin. Sie ist damit beschäftigt, traditionelle Öfen zu bauen. Zuvor hat sie eine Schreinerlehre absolviert und in der Schweiz ein Studium der Kunstvermittlung. Jetzt hast du in deiner beruflichen Tätigkeit zwei Schwerpunkte. Einerseits das Handwerk, andererseits die Vermittlung von Kunst. Wie sind diese beiden Schwerpunkte in deiner beruflichen Praxis gewichtet?

(LS) Ja, zum allerersten Mal wollte ich nochmal ein Hallo sagen und vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich also sehr. Wir haben uns ja das letzte Mal auf dem Ofencampus gesehen und schön, dass wir uns jetzt hören. Zu deiner Frage. Also die traditionellen Grundöfen oder Speicheröfen, wenn man es so sieht, die haben ja eine ganz lange Geschichte und auch ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild. Und dazu gehört ja die Kachel selber auch. Und das hat mich einfach total fasziniert, da diesen künstlerischen Aspekt, also dieses Zeitlose, da mitzunehmen. Und wenn ich es jetzt auf meinem Berufsbild sehe, ich unterrichte noch an der Förderschule und an der Kunstfachoberschule, da versuche ich immer, einen Blick auf die Vergangenheit zu haben und auf das, was ästhetisch anspricht und das dann mit ins Handwerk zu nehmen, also Handwerk und Kunst quasi wieder zusammenzubringen.

(FI) Da sind wir ja bei einem Punkt, der mir in diesem Bereich der Simple Smart Buildings auch so wichtig ist, die Schönheit. Dass die Dinge einfach funktionieren, aber auch schön sind. Jetzt ist ja im Begriff des Grundofens, liegt ja auch für mich so etwas Archaisches, so etwas Elementares. Könntest du bitte für unsere Hörerinnen und Hörer erklären, was ein Grundofen ist?

(LS) Wenn man jetzt das Wort Ofen hernimmt, dann versteht jeder wahrscheinlich was anderes. Und ganz speziell der Grund oder man sagt auch Speicherofen, der zeichnet sich aus durch seine große Masse. Der ist sehr schwer, also gibt mittelschwere, leichte, aber auch sehr schwere Grundofen, wie sie traditionell gebaut wurden und die speichern ganz lang die Wärme. Das heißt, man macht ein Feuer, so eine Stunde, ein Dreiviertel und wenn das Feuer schon längst aus ist, dann entfaltet sich die Hitze und kommt erst durch den schweren Mantel durch und speichert sich sozusagen, wirklich lang durch die ganzen verschiedenen Materialien, wo die Wärme dann durchgeht. Man versucht da eigentlich ein Glutbett zu erzeugen durch das Feuern, mit dem man sich natürlich auch erst auseinandersetzen sollte und schaut, dass möglichst lang die Wärme gehalten wird vom Ofen.

(FI) Ich möchte jetzt gleich beim Feuern einsteigen, weil ich denke, das Feuern ist eine Kulturtechnik, die vor fünf Jahrzehnten eigentlich noch allgemein gut war, aber immer mehr außer Gebrauch gerät, in Vergessenheit gerät und es gibt fürs Feuern einige Grundregeln. Ich selbst habe ja auch einen Grundofen gesetzt, also in dem Büro, in dem ich jetzt sitze, steht der Grundofen. Ich habe ihn übrigens heute, heute ist Herbstbeginn, ich habe ihn heute zum ersten Mal gefeuert. Ich bin leidenschaftlicher Heizer und ich habe einerseits diese Heiztechnik, dieses Feuer noch von meinem Vater gelernt. Andererseits denke ich, habe ich es dann auch verfeinert. Ich habe mich auch wissenschaftlich ein wenig damit beschäftigt. Und meine Erfahrung ist die, dass entscheidend ist, die richtige Sauerstoffmenge, mit welcher man den Brennstoff verbrennt, also wie viel Sauerstoff man zuführt. Wie siehst du dieses Thema?

(LS) Erstens mal gibt es ja natürlich physikalisch eine gute Auseinandersetzung damit. Aber wichtig ist, dass man, wenn man wirklich davor steht, dass man sich damit auseinandersetzt, wie funktioniert mein Ofen selbst auch. Also ich sage immer, man braucht sicher eine Heizperiode, um seinen Kachelofen kennenzulernen, wie der einfach funktioniert. Und wichtig ist, dass man sich direkt damit befasst und beschäftigt. Und ja, es hängt so viel damit zusammen. Der Holz ist ja kein genormter Brennstoff, sondern es funktioniert immer wieder anders, wie ich es auflege, wie ich es anzünde. Natürlich gibt es da jetzt auch eine richtig gute Anleitung, die man geben kann, dass man von oben anzündet und dass man Primärluft, Sekundärluft. Das wurde ja ganz viel wissenschaftlich bearbeitet und es ist auch bekannt, wie es am besten brennt. Aber wichtig ist, dass man für sich einfach das erlebt. Was bedeutet das, wenn das Feuer gut brennt? und das wird oftmals nicht dem Betreiber überlassen, sondern man versucht am Gerät das so umzubauen, dass jeder das ganz sicher bedienen kann oder man versucht eine elektrische Abbrandsteuerung noch einzubauen. Aber ich finde es viel wichtiger, dass man versteht, wann brennt das Feuer gut, und dass es natürlich nicht immer gleich brennt, das hat mit dem Wetter was zu tun, mit dem Brennstoff und mit, dem, der das Feuer quasi vor dem Ofen sitzt und sich mit dem befasst.

(FI) Das sind ja für mich, weil wir zuvor kurz über die Schönheit der Öfen gesprochen haben, das sind für mich ja auch, diese emotionalen Aspekte, das Heizen, das Feuer, das Feuer zu sehen, das Feuer zu erleben, das Feuer kennenzulernen. Da ist, denke ich, wenn man sich darauf einlässt, sehr viel Intuition dabei, aber ich denke trotzdem, es gibt ein paar so grundlegende Dinge. Eins für mich ist zum Beispiel, dass das Holz hinreichend trocken sein sollte, vielleicht eine Holzfeuchtigkeit von etwa 15%. Dann ein weiterer Punkt ist die Größe des Holzes, also quasi die spezifische Oberfläche, an welcher dann diese chemischen Prozesse des Verbrennens greifen können. Das heißt, je weiter man ein Stück Holz teilt, letztlich auf sehr kleine Späne, sogenannte Spreißeln, wie man in Österreich sagt, hat man ja beim selben Volumen eine viel größere Oberfläche und der chemische Prozess läuft schneller. Also dass man zum Anfeuern kleineres Holz verwendet und dann, wenn es dann einmal brennt, mehr Holz. Aber da kommt es ja dann auch noch darauf an, in welcher Form, in welcher Geometrie, in der man dann die Scheite in den Ofen einlegt. Welche Erfahrungen hast du in diesem Bereich gesammelt?

(LS) Da sagst du was Richtiges, eben das Holz muss trocken sein, es, darf nicht zu großem Umfang haben, also gut gespalten und von klein nach groß aufgeschlichtet werden, dass man halt eher oben kleinere Spälte hat und unten es dicker wird.

(FI) Also du bist eine Verfechterin des Obenanzündens. Ich habe das kennengelernt als eine Technik, die in der Schweiz entwickelt wurde und ich praktiziere jetzt auch das Obenanzünden. Für viele Menschen, denen ich das erkläre, klingt das unlogisch. Ich argumentiere dann immer dahingehend, dass ich sage, eine Kerze zünde ich auch oben an und nicht unten.

(LS) Ja, genau. So kann man es sich vorstellen. Schwierig wird es dann, wenn man jetzt wirklich mit Gewölbe, ich baue ja, sehr gerne Gewölbefeuerräume, einfach traditionell vom, wie man es kennt, vom Pizzaofen, nur dass der Backofen in dem Sinne der Feuerraum ist, der dann nicht im Außenbereich steht, sondern im Innenbereich ist. Und da muss man sich dann fragen, wo ist oben und wo ist unten und wie funktioniert es für einen am besten. Und was ich nur ganz kurz noch sagen möchte, ist, dass beim Grundofen, der sich wesentlich unterscheidet, weil der im Intervall gefeuert wird. Das heißt, man legt nicht dauernd nach, wenn man das Gefühl hat, jetzt ist das Feuer wieder runtergebrannt, jetzt lege ich wieder einen Scheit drauf, sondern man hat wirklich den einen Abbrand, um den man sich kümmert. Und darum ist das eigentlich ein schönes Paket, wenn man es so als Intervall sieht, wo man sich dann eigentlich wirklich mit dem Abbrand, dem einen Abbrand befasst, da kann man ganz viel Energie rausholen, man kann aber auch das Feuer, wo man dann gar nicht so die Wärmeenergie rausbekommt.

(FI) Das denke ich ist entscheidend, dass man wirklich das Feuer mit optimaler, Sauerstoffmenge versorgt, dass das Holz wirklich vollständig verbrennt, also dass eine nahezu vollständige Umwandlung in CO2 erfolgt, dass also kein Sauerstoffmangel herrscht und nur, Kohlenmonoxid entsteht, das giftig ist und unverbrannten Kohlenstoff enthält, also eine Energieverschwendung ist, Dass man aber auch nicht zu viel Sauerstoff zuführt, der dann letztlich kühlend wirken würde. Und dass dieses wirklich hellbrennende, lodernde Feuer, das ja im Augenblick viel zu viel Energie abgibt, diese Energie in der Speichermasse des Grundofens eingespeichert wird. Du hast vorher kurz angesprochen, dass du Öfen mit einem traditionellen Feuerraum baust. Und die traditionellen Feuerräume sind ja horizontal, während die modernen Feuerräume vertikal sind. Wo siehst du die Vor- und Nachteile dieser verschiedenen Ausführungsvarianten?

(LS) Traditionell, also so ein klassisches Arrangement kann man sich vorstellen, jetzt im alten Bauernhaus, und ich rede jetzt von den bäuerlichen Öfen, das ist der lange Feuerraum, der Gewölbefeuerraum, der in die Tiefe geht, flach ist also. Und oben drüber ist meistens noch eine Wärmebank, zum was Wärmen. Und man kann dann direkt die Speisen in den Feuerraum reinschieben. Also wie man es jetzt, wenn man an Pizzaofen denkt oder an Brotbackofen, wie man es so gewöhnt ist. Und der Feuerraum wird von der Küchenseite beheizt und die Stube ist quasi rauchfrei und wird gewärmt vom Ofenkörper. Was ich Gewölbefeuerraum spannend finde, ist einfach, dass der ganze Feuerraum, einfach durchgehend gemauert ist mit vielen Fugen, dass Gewölbe in sich total stabil ist und einfach ganz stark die Wärme speichert. Das heißt, man, macht einen Kaltstart, Saisonbeginn, wie jetzt heute das Herbst anfangen. Heute würde ich den Grundofen zum ersten Mal einfeuern und dann schaut man, dass im Intervall gefeuert wird, sodass der Feuerraum immer warm bleibt.

(FI) Das heißt, die Intervalle sind dann 6 Stunden, 12 Stunden, 24 Stunden?

(LS) Genau, zwischen 12 und 24 Stunden, ja. Und da hat man eben die Chance beim Heizen direkt hinterher was zu backen oder mit der Flamme zum Beispiel sogar auch Pizza zu backen. Allein von der Geometrie ist es schwierig in einem hohen Brennraum. Da ist die Grundfläche sehr gering. Und auch die warmen Rauchgase werden anders abgeführt als jetzt bei einem Gewölbeofen, wo man wirklich durch die Rundung einfach sich das nochmal umwirbelt.

(FI) Da geht es ja dann letztlich beim Backvorgang auch um die Oberhitze. Beim Gewölbeofen nehme ich an, ist dann eine entsprechende Oberhitze vorhanden, während wenn ich einen hohen vertikalen Feuerraum habe, ist ja die nicht vorhanden oder nur mäßig.

(LS) Genau, das spielt natürlich auch mit ein. Und je nachdem, wie hoch das Gewölbe ist, ob es eher flacher ist oder höher, kann man das natürlich auch steuern oder wo man den Ausbrand macht, wie man die Rauchgase leitet. Und wichtig finde ich einfach, dass der Backofen, also die Masse von dem Feuerraum und vom Feuerboden, die Bodenplatten werden in Lose eingelegt, in den Sand, zum Auswechsel natürlich, weil die ja viel beansprucht werden durchs Backen. Dass einfach da die Hitze so gespeichert ist, dass man ganz verschiedene Temperaturen bekommt und dann tolle Gerichte einfach so, während man heizt, mit dem Heizzyklus quasi bewerkstelligen kann.

(FI) Jetzt hätte ich noch eine Frage zur Feuerung solcher Öfen mit einem horizontalen Feuerraum. Also wenn man da dieses Prinzip des Obenanzündens, was ja für die vertikalen Feuerungsräume gilt, hier überlegt, müsste man ja letztlich hinten anzünden, von der Benutzerin abgewandt oder sehe ich das jetzt falsch?

(LS) Genau, da haben wir immer mal wieder Gespräche drüber, weil das irgendwie total spannend ist. Zum Beispiel mein Lehrmeister, der Mischa Casanova, bei dem ich in der Schweiz gelernt habe, mit dem ich noch viele Projekte habe, der erzählt immer, dass seine Frau zum Beispiel Verfechterin ist, von dem eben hinten oben anzünden. Und er macht es aber genau umgekehrt und je nachdem, wie man dann sein Feuer betreut, funktioniert wie beides. Das ist total individuell. Ich kann den Ofen so feuern und nächster macht es anders. Man muss das für sich versuchen rauszufinden. Ich würde sagen, da gibt es nicht dieses eine Rezept. Aber ja, man wird vom Theoretischen her denken, dass hinten oben ist, weil ja die Luft quasi vom vorderen Teil käme. Andererseits liegt das Holz so drin und dann wäre ja oben eigentlich in der Mitte vom ganzen Holzstapel oben längs.

(FI) Das heißt, man kann letztlich beim Feuern ganz individuelle Feuerungsstile entwickeln und, ich glaube, das ist ja auch schön, dass es eben verschiedene Wahrheiten nebeneinander gibt, dass man, hier sich selbst etwas erarbeitet und dann mit seinem Ofen letztlich sehr vertraut wird und mit seiner Technik, Und dann denke ich schon, wirklich eine Verbindung mit dem Ofen erleben. Du hast mir erzählt, dass du sowohl die Wärmebereitstellung für dein Haus als auch das Kochen nahezu ausschließlich mit Feuer erledigst. Wie ist so das Leben rein mit Feuerung und ohne andere jetzt gebräuchliche Energie, zum Beispiel fürs Heizen, zum Beispiel für die Speisenzubereitung?

(LS) Also es hat natürlich viele weitere Aspekte, also anstatt wenn man auf den Knopf drückt und die Herdplatte oder einen Schalter dreht und die Herdplatte wird warm, habe ich ganz viele Arbeitsgriffe, die da noch dazugehören, wie das Holz spalten, das Holz reinholen, das Feuer machen und dann die Zeit, auch diese Zeitspannen zwischendurch, die ich total schön finde, die manche vielleicht auch als, ah jetzt dauert es wieder so lange, bis der Kaffee fertig ist, Aber ich finde, das sind schöne Zeiten, die zwischendurch passieren, wo man dann vor dem Ofen sitzt und die Flamme beobachtet oder sich damit auseinandersetzt, was man als nächstes jetzt auf dem Herd stellt. Und dann muss ich den Herd ja auch nicht abdrehen, sondern der ist einfach warm, im Winter den ganzen Tag. Und da passieren ganz viele andere Dinge noch nebenbei. Dann komme ich auf die Idee, jetzt könnte ich einen Apfel mal spalten und den dörren. Ich habe einfach immer warmes Wasser auf dem Herd, nasse Kleidung, Schuhe vom Rausgehen unter den Ofen gestellt. Also es sind sehr viele Aspekte, die eigentlich dann so ganz selbstverständlich entstehen, dadurch, dass man so eine lebendige Heizquelle quasi im Wohnraum hat.

(FI) Man wird ja dann letztlich zum Nutzer der Nachwärme. Also für mich ist dann, wenn der Ofen in der Heizsaison befeuert ist, das Backen von Bratäpfeln. Also ich stelle dann immer so. In der Mitte des Heizintervalls, da habe ich eben dann auch schon meine Erfahrungen, wenn der Feuerraum die richtige Temperatur hat, am Abend stelle ich dann eine Pfanne, in der ein bisschen Wasser drinnen steht und dann ein paar Äpfel drin liegen. Die braten dann bei ganz, ganz niedriger Temperatur, bei Restwärme über Nacht. Und dann nehme ich in der Früh zum Frühstück diese Bratäpfel heraus, die dann wirklich fantastisch schmecken. Und das ist dann wirklich Teil, weil es funktioniert, ich habe es sogar ausprobiert bei Quitten, die ja sonst unglaublich hart sind, wären dann eigentlich eine absolut wohlschmeckende Speisefrucht.

(LS) Das wollte ich gerade sagen, das habe ich auch erst gemacht. Die Quitten ausgehöhlt sogar und dann so wie so ein Quitten-Crumble gemacht, das ist wunderbar das ist total fein, ja.

(FI) Du hast vorher angesprochen, die Länge des Weges, welcher der Rauch nach der Feuerung noch zurückliegt. Vielleicht hier, dass du für unsere Hörerinnen und Hörer dieses Grundofenprinzip erklärst, dass, der Rauch im Feuerungsraum ja noch sehr heiß ist und nicht sofort in den Rauchfang, wie man in Österreich sagt, oder Schornstein wie in Deutschland, dass er entweicht, sondern dass man auch diese Wärme, die im Rauch steht, durch die Konstruktion des Ofens noch nutzt. Wie bewerkstelligst du das technisch?

(LS) Man muss sich vorstellen, man hat den Feuerraum, das ist so wie das Herz, wo man das Holz reinschiebt und dann, bildet man dem Rauch wie ein Labyrinth im Ofen und versucht möglichst viele Züge einzubauen, damit der sich möglichst lang auch im Ofenkörper aufhält. Und wie ich baue, ich tue die Rauchgaszüge, wie man die nennt, Mauern mit Schamottsteinen und Schamotterde. Und dann habe ich aber noch meinen Kachelmantel, der auch noch mal das Ganze umschließt und die Kacheln selber, manche denken, das sind jetzt einfach wie Fliesen oder Platten, die vorne aufgesetzt werden, aber die haben selber noch einen Hals, also einen Stumpf, der gefüllt es selber nochmal mit Kieselsteinen, also mit Flusskiesel und mit Lehm umhüllt und alles ausgekieselt, sage ich mal so. Was dafür sorgt, dass die Wärme auch nochmal einen anderen Durchgang hat und anders gespeichert wird.

(FI) Ich habe ja auch quasi laienhaft als Dilettant einige Öfen in meinem Leben gesetzt. Ich habe mich da durch Fachliteratur kundig gemacht, also ein Buch, das mich da eigentlich sein Leben macht. Also ich habe meinen ersten Ofen, da war ich 19 Jahre alt gesetzt, habe ich mir ein Buch gekauft von einem Autor namens Bernd Krützemacher. Ich weiß nicht, ob es das noch gibt. Ich habe mir das Buch in meinem Leben, glaube ich, dreimal gekauft, weil ich habe es immer wieder mit Begeisterung weiterverliehen, nie zurückbekommen. Vielleicht, wenn jetzt Leute diese Episode hören und denken, ach, vom Idam Fritz habe ich noch das Buch, die könnten es mir ja zurückgeben. Und ich habe, was mich damals schon fasziniert hat, diese Geometrie der Rauchgaszüge, dass man den Querschnitt dieser Rauchgaszüge dem Abkühlverhalten des Rauches anpasst. Also in der Nähe des Feuerungsraums, wo der Rauch noch sehr heiß ist und ein großes Volumen besitzt, ist der Querschnitt der Züge größer und zum Rauchfang, zum Schornstein hin, dort wo dem Rauch, den Abgasen bereits die Wärme zum Großteil entzogen worden ist, wo sie kleiner sind, ein kleineres Volumen besitzen, dort ist auch der Querschnitt kleiner. Und diese strömungstechnischen Geometrien, dass man zum Beispiel keine scharfen Ecken und Kanten machen soll, sondern eher rund. Wie siehst du dieses Thema?

(LS) Einerseits richtet man den Querschnitt nach dem Rauchgasvolumen natürlich und nach der Temperatur und aber auch das Futter vom Ofen. Also die Schamottwände werden auch eigentlich leichter nach oben hin, weil die Wärme ja auch sich verändert. Strömungstechnisch ist total spannend, was passiert im Ofen, wie funktioniert der Rauch. Manche tun zum einen die Rauchgaszüge ausstreichen, damit sie sehr rau sind, damit ihr ein bisschen mehr Widerstand fehlt. Manche machen es ganz glatt und putzen das richtig gut und tun alle Kanten quasi abrunden, damit der Rauch möglichst einfach geht. Also ich glaube, das ist halt das Handwerk. Man kann, indem man Rauchgase verengt, verschnellert sich natürlich auch der Rauch, der Strom. Und wenn man es wieder erweitert, wird er langsamer. Und das ist ja was man jetzt zum Beispiel bei einem Herd, will man ja auch möglichst viel Hitze dann an der Herdplatte haben. Man hat verschiedene Orte im Ofen, die anders funktionieren sollen. Generell ist aber diese Verjüngung der Rauchgaszüge auch dazu da, dass man den Zug unterstützt.

(FI) Das heißt letztlich, da steckt wahnsinnig viel handwerkliche Erfahrung drinnen. Und das beginnt ja, denke ich, schon vor dem Ofenbau mit der Beurteilung des Rauchfangs, des Schornsteins. Und schaust du da als Hafnerin einmal diesen Schornstein an und beurteilst du ihn oder wie beurteilst du ihn, ob der gut zieht oder schlecht zieht? Weil ich denke, daran müsste man ja dann den Ofen anpassen.

(LS) Das auf jeden Fall. Also das ist, was ich als allererstes frage. Was ist es für ein Schornstein? Ich bin Verfechterin der gemauerten Schornsteine. Ich finde das sehr toll, weil die sind einfach noch zusätzlich ein Wärmekörper im Haus und sind robust und man kann damit gut arbeiten. Ich versuche so wenig Metall wie möglich in den Ofen einzubauen. Und welchen Querschnitt hat der innen? Natürlich, wenn der Querschnitt zu groß ist, muss man da überlegen, wie man den anpassen kann. Und wie hoch ist der Schornstein? Und natürlich, wie ist es statisch mit dem Ofen? Das wird ja alles ein richtiges, großes Gewicht haben. Wie ist der Schornstein abgestützt? Ist der auf jeden Fall wieder zu verwenden? Wie liegt das alles zusammen? Da muss man auf jeden Fall erstmal auf die Voraussetzungen schauen.

(FI) Du hast vorher einen Gedanken formuliert, den ich immer noch im Kopf habe. Du hast gesagt, du passt die Wandstärke des Ofens, der Temperatur der Rauchgase an, dass also der Ofen von unten nach oben immer leichter wird und das, denke ich, ist ja eine sehr schöne Logik, die sich auch in der Statik abbildet. Es gibt ja grundsätzlich in der Statik, und das kommt ja schon aus der Antike, das Gesetz der Supraposition, dass Bauteile, je weiter unten sie liegen, desto schwerer sind. Das bildet sich ja in Rom am Kolosseum, an der Fassade denke ich auch sehr schön ab, dass im Erdgeschoss als Säulenordnung die dorische Ordnung gewählt hat, die archaische, die schwere Ordnung, in der Mitte die ionische, die quasi mittelschwere und oben die korinthische, die leichte und da habe ich so das Bild. Das ist ja letztlich eine sehr, sehr schöne Analogie, die sich in unseren Grundöfen abbildet.

(LS) Das ist richtig, wobei bei den Kachelöfen, die ich baue, auch der Deckel nochmal anders behandelt wird. Also ich baue gerne Öfen, die man auch beklettern kann, wo man draufliegen kann im Winter, wo man nicht nur kochen und heizen kann, sondern auch wirklich begehen. Und da ist der Deckel dann wirklich was, was man nicht unterschätzen darf, auch wie bei der Sitzbank, da wird brutal heiß. Also beim letzten Ofen, den ich gebaut habe, also bei mir, da habe ich wegen inneren Querschnitten vom Wärmerohr, ich wollte alles so ein bisschen unterbringen, habe ich ein bisschen in der Dicke gespart am Deckel und habe es dann, musste ich wirklich schauen, wann darf ich mich auf den Ofen legen, ohne mich zu verbrennen, weil der so warm wurde.

(FI) Du baust ja nicht nur den Kern des Ofens, das Mauerwerk, sondern du bist ja Hafnerin. Und Hafnerin kommt ja etymologisch vom Häfen, wie man in Österreich sagt, vom Topf, glaube ich, wie in Deutschland. Das heißt, da ist ja auch Töpferei drinnen. Da werden ja auch die Keramikkacheln, die du vorher beschrieben hast, die ja keine Fliesen sind, sondern die auch eine Materialstärke haben, die einen Hals besitzen, die eine ganz besondere Geometrie haben. Und du hast auch diesen Aspekt gelernt. Also du betreibst ja letztlich ein Handwerk, wo einerseits, der Werkstoff, der Baustoff hergestellt wird und andererseits verarbeitest du ja auch den Baustoff, den du selbst hergestellt hast. Wie ist für dich dieses Ganzheitliche in deinem Handwerk?

(LS) Das ist genau das, was mich so fasziniert an dem Hafnern am Ofenbauen. Man kann also von der Geschichte her, ich schaue immer gern einfach in die Vergangenheit und forsche da und suche mir die Sachen, die einfach übertragen werden dürfen und mitkommen sollen in unsere Zeit. Aber auch, wie kann man es in Zukunft wieder so verwenden, dass es in unsere Zeit passt. Und ich meine, früher haben die Hafner ihre Lehmgrube irgendwo gehabt und das waren gleichzeitig auch die Töpfer, die den Lehm oder den Ton aufbereitet haben und daraus ihre Werkstücke gebaut haben, ihre Kacheln geformt haben. Und ich bin nicht durch die Keramik dahin gekommen, sondern eigentlich eher vom Ofen bauen und von diesen teilweise schon 300 Jahre alten Kacheln, die ich da in den Händen halten durfte und, eigentlich immer mehr forschen konnte durch die Praxis. Wie haben sie das gemacht? Wie sind die Kacheln geformt? Welche Techniken haben sich da entwickelt? Und da habe ich das Glück gehabt, dass ich da in der Schweiz gelernt habe, wo einfach eine sehr, sehr lange Geschichte und Tradition der Hafner-Dynastien, sage ich mal, manche Familien kann man über sechs Generationen, zurückverfolgen und daraus lernen darf, für heute.

(FI) Da bildet sich ja für mich im Ofen, so wie du das beschreibst, sehr, sehr schön das Prinzip des Simple Smart Buildings ab, dass du ja auch einerseits aus dem Handwerkswissen, aus dem Erfahrungswissen, aus der Tradition schöpfst und andererseits aber auch dieses Wissen weiterentwickelst, und unseren rezenten Bedürfnissen anpasst. Was sind für dich so wesentliche Dinge, die du übernommen hast und weiterführst, und was sind deine Innovationen?

(LS) Sachen, die ich übernehme, ist eigentlich so ein bisschen das Einfache. Also keine Wissenschaft draus machen, sondern wirklich auch die lebendige Ästhetik mitnehmen. Die Kacheln dürfen krumm und schief sein, die dürfen sich nach innen wölben, dürfen mal nach außen schauen, die dürfen Fehler haben. Ich versuche so wenig Ausschuss wie möglich zu haben, einfach weil ich Fehler lieb gewonnen habe und Ungenauigkeiten. Und das ist genau das, was mir auch an den alten Kachelöfen sehr, sehr gut gefällt, wenn man da eine Spur vom Handwerker, von der Handwerkerin sieht, irgendwo, was, nicht gelungen ist, in Anführungszeichen, was man vielleicht heute wegschmeißen würde, weil Glasurfehler ist oder, eine Ungenauigkeit, die man heute aussortieren würde. Genau das finde ich total schön und reizvoll. Ich möchte das nicht künstlich erzeugen, sondern eigentlich eher durch die Handwerklichkeit und die Einfachheit. Das ist was, was ich sicher mitnehme. Was natürlich an Ansprüchen dazukommt, ist natürlich immer das Praktische und die Wissenschaft. Man hat das Sinnliche und die Theorie und die Praxis. Also es geht immer, wir sind viel anspruchsvoller heutzutage geworden und müssen natürlich schauen, dass wir gute Öfen bauen und die auch natürlich unsere Umwelt nicht noch mehr belasten. Und da bin ich natürlich auch zusammen mit dem Verein am Forschen, wie können wir das Handwerk trotzdem schützen, und uns nicht quasi das eingehen lassen, die Tradition mitnehmen und aber gleichzeitig trotzdem noch mitspielen können. Indem wir da anerkannt bleiben mit dem Handwerk.

(FI) Du hast jetzt einen Verein angesprochen. Worum geht es da? Was sind da eure Vereinsziele? Wie heißt ihr?

(LS) Das ist der Verein 850 Grad. Da haben sich Grundofenbauer von ganz Deutschland zusammengeschlossen, die handwerklich Grundöfen erstellen, aber auch über die Grenzen hinaus. Wir haben jedes Jahr einen Ofencampus, kann ich sagen. Da warst du ja auch schon Gast beim letzten Mal. Da war ich sehr froh. Wir haben uns alle sehr gefreut. Und da versuchen wir genau dieses Thema zu bearbeiten gemeinsam. Wir versuchen das Handwerk zu schützen, weiterzutragen, aber auch wissenschaftlich und politisch einen Stellenwert zu bekommen und uns da irgendwo zu finden in dem ganzen Wirrwarr, was da heutzutage los ist. Also ich sage nur, es wird für das Handwerk immer schwieriger, individuell Öfen zu bauen, zu erstellen. Das ist ein sehr komplexes Thema.

(FI) Ich habe mich ja heuer im Sommer bei euch am Ofencampus in Oberfranken wirklich unglaublich wohl gefühlt. Also ich habe euch wirklich als so eine verschworene Gemeinschaft erlebt, als Menschen, die natürlich auch die unterschiedlichsten Zugänge zum Hafnerhandwerk haben von wirklich ganz archaischen, einfachen Techniken. Also zum Beispiel eines hat mich fasziniert, ein Kollege von euch, der aus alten Propangasflaschen sehr kostengünstige Druckspeicher zur Warmwasseraufbereitung für Heizungen baut, also dieses Reuse, bis zu Hightech-Ansätzen. Aber wie kollegial und konstruktiv diese verschiedenen Ansätze, diskutiert wurden, ich stelle auf alle Fälle in die Shownotes zu dieser Episode einerseits einen Link zum Verein 850 Grad. Ich denke, die 850 Grad, das ist ja die Temperatur, die im Feuerungsraum eines Grundofens herrschen sollte, und natürlich auch Shownotes zu dir, zu deiner Website, dass man auch hier entsprechende Informationen findet.

(LS) Bei mir bildet sich so ein bisschen auch eine Nische ab, dadurch, dass ich ja die Kacheln auch selber mache und dann viele Kunden habe, die gerne da teilhaben möchten. Und ich habe auch schon mit den Kunden selber die Kacheln hergestellt, besprochen und die haben mitgeholfen auch beim Bauen. Ich habe aber mehr Anfragen, wenn es jetzt wirklich darum geht, wir wollen auch kochen können mit dem Ofen. Und wirklich backen und kochen mit dem Ofen ist neben dem Herd, also im Kachelofen eigentlich nicht so verbreitet in Deutschland. Also in der Schweiz ist es fast in jedem alten Bauernhaus hat man eigentlich den traditionellen großen Kachelofen, wo man auch wirklich im Feuerraum backen kann und kochen, aber in Deutschland ist es eben seit, verschiedenster neuen Gesetzgebungen schwierig geworden für die Handwerker so individuell zu bauen und solche Feuerräume dann wirklich herzustellen, wo man dann auch backen kann.

(FI) Wir haben jetzt, Einige Aspekte des Grundofens angesprochen, dass er traditionell ist, dass er einfach ist, auch dass er schön ist, dass er die Sinne anspricht. Ein Aspekt, der, denke ich, immer wichtiger wird gerade jetzt, wir sind jetzt Herbstbeginn des Jahres 2026, die Energiepreise steigen laufend. Eine der ganz großen Stärken des Grundofens ist, dass man mit einer regional vorhandenen, nachwachsenden Energiequelle, dem Holz, das ja letztlich während seines Wachstums das CO2 eingespeichert hat, das dann später bei der Verbrennung wieder frei wird, das ja letztlich CO2-neutral ist, dass dieser Brennstoff jetzt aktuell aus ökonomischen Gründen immer mehr Bedeutung erhält, dass man hier die Möglichkeit hat, mit leistbaren Energiekosten zu heizen, zu kochen. Wie erlebst du gerade diese Situation? Wie siehst du den Ofen, der mit der heimischen Energiequelle holzbefeuert wird, in Zukunft positioniert? Glaubst du, dass sich der Grundofen, der holzbefeuerte Grundofen in den nächsten Jahren wieder stärker verbreiten wird?

(LS) Ich denke schon. Dadurch, dass wir haben ja auf jeden Fall bessere gedämmte Häuser und... Dass so ein Grundofen auf jeden Fall eine tolle Grundwärme geben kann. Es ist nur wichtig, ich denke, dass es wichtig ist, dass die nicht zu viel Leistung auf einmal geben, sondern wirklich eine angemessene Leistung. Also man hat ja oft das Problem, dass man bei jetzt herkömmlichen Kaminöfen, sehr viel Leistung hat und dann oft einfach zu heiß ist im Raum, dass man dann einfach lüften muss sogar. Ich glaube, es wäre so eine angemessene Zuheizung beziehungsweise so eine Kombination wird auf jeden Fall die Zukunft sein, denke ich.

(FI) Du hast jetzt angesprochen die gut gedämmten Häuser. Die gut gedämmten modernen Häuser sind ja meistens auch sehr dicht gebaut, weil man natürlich auch nicht nur die Transmissionswärmeverluste reduzieren möchte, sondern natürlich auch die Lüftungswärmeverluste. Das steht aber letztlich im Widerspruch zum Sauerstoffbedarf der Holzfeuerung. Das heißt, wie siehst du das? Findest du es sinnvoll, wenn man einen Ofen plant, dass man bereits in der Bauphase eine Frischluftzufuhr einplant, welche, möglichst in die Nähe des Feuerungsraums führt?

(LS) Was ich nochmal kurz anknüpfen wollte zu vorher, also man kann ja wirklich mit dem Ofen auch nach Bedarf heizen. Man heizt jetzt nicht rund um die Uhr und teilweise hat man dann auch wieder wärmere Tage, wo man vielleicht auch nicht heizen muss. Das ist sicher auch ein Vorteil vom Holzofen. Aber was du sagst jetzt wegen der Frischluft, ist es natürlich wichtig, wenn das Gebäude sehr dicht ist, dass man da natürlich genug Verbrennungsluft gibt. Aber wir haben ganz sicher, im Neubau würde man vielleicht sowas noch mitplanen, dass man irgendwo einen Frischluftkanal noch gibt. Im Altbau, finde ich, muss man schauen, wie die Raumgeometrie ist und wie die Fenster natürlich sind. Würde auch reichen, wenn man anheizt, dass man mal ein Fenster aufmacht, dass man das einfach natürlich mitdenkt und darüber Bescheid weiß.

(FI) Gibt es noch etwas zu den Grundöfen, was dir ein Herzensanliegen ist, was du unseren Hörerinnen und Hörern mitteilen möchtest?

(LS) Ja, ich finde zum einen ist es das Feuern zur Wissenschaft geworden und der Ofenbau auch und zum anderen ist es was ganz, ganz rudimentäres und archaisches. Und diese Waagschale sich einfach im Kopf behalten. Was bedeutet es, den Kontakt zum Feuer zu haben, sich damit auseinandersetzen, ein Lebensziel zu pflegen, der mit dem Feuer zusammenspielt? Und was bedeutet das aber auch, wenn wir Regeln erschaffen und Gesetzgebungen, wo wir uns Handwerk quasi unbrauchbar machen, weil vieles nicht mehr so möglich ist? Wie man es intuitiv oder halt auf die andere Art dann bauen würde, irgendwie diesen Gedanken mittragen und versuchen, wirklich sich mit dem Feuer auseinanderzusetzen. Also es ist ein großes Thema und wer möchte, sehr gerne, besucht uns zum Ofen Campus. Wir haben da sehr tolle, anregende Themen, Redner. Wir versuchen, beide Seiten abzudenken. Also wirklich das Praktische und aber auch der Blick in die Vergangenheit, der Blick in die Gegenwart und in die Zukunft. Aber das wird trotzdem, dass die Tradition und dieses Element Feuer einfach immer in unserem Leben weiter mit einbeziehen dürfen und können hoffentlich weiter noch.

(FI) Also das ist jetzt von mir fast ein Aufruf zur Rebellion, weil du ja diese ganzen hemmenden Gesetze angesprochen hast. Ich denke auch, wenn sich die Energiesituation, die Preise der Energiesituation weiter so verschärfen, dass dann, denke ich, in der Bevölkerung ein entsprechender Widerstand stattfinden wird, dass einfach das Bedürfnis, ein warmes Haus zu haben und kochen zu können, die feinen politischen Regulatorien, was ein Ofen darf und nicht darf einfach obsolet werden und dass man sich dann einfach persönlich um seine Feuerungsstelle kümmert und auf die Vorschriften weitgehend pfeift.

(LS) Ja, also das ist richtig. Es wird in verschiedenen Ländern anders gehandhabt. In Deutschland ist das wirklich eigenartig, wie das gehandhabt wird. In der Schweiz und in Österreich gibt es immer noch ein Berechnungsprogramm, das einen Ofen quasi einen Handwerker bevollmächtigt, seinen eigenen Baustil zu bewahren. In Deutschland ist es wirklich ein Zertifikat, das man sich erkaufen muss bei einer Prüfstelle, oder man muss sich gemeinsam zusammenschließen, wie wir als Handwerksverein, und sich einigen auf einen Baustil und den dann zu bewerkstelligen. Ich hoffe auch, dass es da noch eine Wandlung gibt, dass man da sieht, wie wichtig das Handwerk auch für uns ist.

(FI) Also ich sehe auf alle Fälle eine strahlende, im Sinn von Infrarotstrahlung und Wärmestrahlung, eine strahlende, leuchtende Zukunft für den Grundofen. Luise, ich danke dir sehr, sehr herzlich für dieses Gespräch.

(LS) Ja, danke auch sehr. Vielen Dank. War schön.

Über diesen Podcast

Simple Smart Buildings steht für Gebäude die einfach und dauerhaft gebaut sind. Für die Generationen vor uns war es ganz normal mit einfachen Mitteln dauerhafte Gebäude zu errichten. Diese Art zu bauen hat sich über Jahrhunderte bewährt und wir können daraus lernen. In den verschiedenen Regionen entwickelten sich aus lokal vorhandenen Baustoffen resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten. Dieser Podcast erzählt von Möglichkeiten einfach gut zu bauen.
Ab Folge 140 ist für jede Episode ein redaktionell bearbeitetes Transskript hochgeladen.

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von und mit Friedrich Idam und Günther Kain

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