Gespräch über den Grundofen
Der Grundofen, auch Speicherofen genannt, zeichnet sich durch große Masse aus. Mittelschwere und sehr schwere Öfen halten die Wärme, auch wenn das Feuer bereits erloschen ist. Gefeuert wird in einem einzigen Abbrand, der ein Glutbett erzeugt. Der Mantel gibt die Hitze erst frei, wenn die Glut schon vergangen ist. Traditionell geht der Feuerraum als flaches Gewölbe in die Tiefe, ähnlich dem Brotbackofen im bäuerlichen Haus. Eingelegt wird von der Küche. Die Stube bleibt rauchfrei und wird vom Ofenkörper gewärmt. Über dem Gewölbe liegt oft eine Wärmebank. Das Gewölbe ist durchgehend gemauert. Viele Fugen machen es in sich stabil und speicherstark. Der Rauch zieht nicht sogleich in den Rauchfang. Schamottsteine und Schamotterde bilden im Ofenkörper ein Labyrinth aus Rauchgaszügen, damit die Gase lange im Mantel bleiben. Nahe dem Feuerraum ist der Querschnitt größer, weil die heißen Abgase noch viel Volumen haben. Zum Rauchfang hin, wo ihnen die Wärme schon entzogen ist, verjüngt sich der Querschnitt und stützt den Zug. Kanten werden gerundet, damit der Strom nicht an scharfen Ecken bricht. Die Schamottwände werden nach oben leichter, weil die Rauchgase kühler werden. Den Abschluss bildet der Kachelmantel. Die Kachel ist keine flache Platte. Sie trägt einen Hals, der mit Flusskieseln und Lehm gefüllt wird. Somit nimmt die Wärme noch einen weiteren Weg durch die Masse.
Holz ist kein genormter Brennstoff. Es muss trocken sein, gut gespalten und von klein nach groß aufgeschlichtet werden, oben die feinen Spälte, unten das dickere Scheit. Angezündet wird oben, wie bei einer Kerze. Im Gewölbefeuerraum ist oben nicht immer eindeutig. Hinten oben liegt nahe der einströmenden Luft. Längs über dem Stapel liegt die Mitte. Beides trägt, sobald der Abbrand betreut wird. Nachgelegt wird nicht, sobald die Flamme sinkt. Zwischen den Feuern liegen zwölf bis vierundzwanzig Stunden, und der Feuerraum soll warm bleiben. Zu wenig Sauerstoff lässt Kohlenmonoxid und unverbrannten Kohlenstoff zurück. Zu viel Luft kühlt die Flamme. Im hellen Feuer steckt im Augenblick mehr Energie, als der Raum aufnehmen kann. Die Speichermasse hält sie fest. Die Rundung des Gewölbes wirbelt die Rauchgase noch einmal um und gibt Oberhitze, sodass sich unmittelbar nach der Flamme backen lässt. So ergibt sich eine lebendige Wärmequelle im Kernbereich des Hauses..
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