Kirchenwirt Leogang
Kirche, Kirchenwirt und Samerstall umschließen einen einst mit Toren gesicherten Platz, der öffentlich und privat zugleich wirkt. Den Kern des Anwesens bildet dieser Hof als sicherer Ort für Mensch und Tier. Unten trägt Steinmauerwerk den Stall, während oben Kammern aus massivem Holz gezimmert sind und ein hoher Gang, die Buamahöh, darüberliegt. Hinter einem Tor des Stalls öffnet sich eine dreischiffige gotische Kapelle, deren Pfeiler aus lokal anstehendem Konglomerat gemauert sind. Dieser Stein bildet eine formale Klammer zum Nagelfluh und weist wie der rote Adneter Stein zur fürsterzbischöflichen Residenzstadt Salzburg. Am Gefüge werden Geschichten vom Fällen des Tannenholzes, von der Holznot und vom Wettstreit mit Bergbau und Erzverhüttung lesbar. Großzügige Erschließungsflächen bilden den Kern des Hauses, und ihr Wesen bestimmen die Böden. Zu ebener Erde liegen rotfärbige Adneter Steinplatten, die Bauern im Winter brachen und die nach einem von ihnen, den „Schnöll“ benannten. Jede Platte bleibt unregelmäßig im Format, so wie der Steinbruch sie hergab, und ist doch Platte an Platte zu einem Boden gefügt. In den oberen Geschoßen ist jeder Bodenladen so breit und lang, wie der Scharfschnitt unterschiedlicher Stämme es zuließ, damit vom wertvollen Holz möglichst wenig Abfall entstand. Die Kellerböden aus vom Wasser gerundeten Bachsteinen sind erhalten, weil in dienende Lagerräume lange nur das Nötigste investiert wurde. Über das Holz wurden Linoleum, PVC und Teppich als Mode gelegt und später wieder abgetragen, sodass das Ursprüngliche unbeschadet heute wieder zutage tritt.
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