Simple Smart Buildings

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Transkript

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(FI) Heute zu Gast in Simple Smart Buildings, wieder der Joel Schmalnauer. Joel Schmalnauer ist Tischlermeister, Schreinermeister, wie man in Deutschland sagt, und unterrichtet in der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Hallstatt. Und er hat wirklich mit eigener Hände Arbeit ein Haus, das im Familienbesitz war und die ersten Teile in den 1950er Jahren entstanden sind, dann 1960er, 70er Jahre weitergebaut wurde und wir haben ja dieses Haus schon in einigen Episoden dieses Podcasts vorgestellt. Also ich stelle in die Shownotes Links zu diesen Episoden für diejenigen Hörer, die das Projekt von Joel Schmalnauer noch nicht kennen, dass sie sich quasi ins Thema einhören können. Heute geht es um Steinmauern. Du hast heuer im Sommer im Garten eine Steinmauer errichtet, wirklich von Grund auf das alles selbst gemacht. Vielleicht einmal kurz zu Anfang, was war dein Ziel, was war deine Intention? Warum wolltest du eine Steinmauer bauen?

(JS) Ich bin ja mit dem Hausumbau jetzt größtenteils fertig und habe mich jetzt dem Garten gewidmet, und nachdem ich das Haus meines Großvaters übernommen habe und mein Großvater Zeit seines Lebens eigentlich nur gearbeitet hat und weniger die Freizeit genossen, hat es, auch keinen Terrassenplatz oder so etwas gegeben. Und ich habe eben entschlossen jetzt so eine Terrasse anzulegen und habe eben abseits vom Haus jetzt abgerückt, eine Fläche mir ausgesucht. Es war früher Gemüsegarten, es war ein sehr großer Gemüsegarten und etwa die Hälfte dieses Gemüsegartens ist schon seit vielen Jahren nicht mehr benutzt, weil er eben so groß war, dass das kaum zu bewerkstelligen ist, wenn man nicht wirklich Vollzeit zu Hause ist. Und diesen bereits seit mehreren Jahren nicht mehr im Gebrauch befindlichen Teil des Gemüsegartens habe ich jetzt begonnen, umzufunktionieren in einerseits einen Sitzplatz, einen offenen mit auch einer Grillmöglichkeit, und daneben wird dann eine Gartenlaube entstehen, wo man eben dann auch bei nicht ganz optimaler Witterung gut draußen sitzen kann.

(FI) Wie ist die Position dieses Platzes des ehemaligen Gemüsegartens im Verhältnis zum Haus bezüglich der Himmelsrichtungen? Hast du da bestimmte Überlegungen angestellt, wann du auf der Terrasse Sonne oder beziehungsweise Nicht-Sonne haben willst?

(JS) Im Grunde nicht, weil eigentlich nur dieser Platz sinnvoll zur Verfügung stand für dieses Projekt. Also an den anderen Seiten des Hauses wäre da auch nicht die Möglichkeit gewesen. Es ist auch von der Optik der Platz mit der schönsten Aussicht und er ist westseitig vom Haus. Also schon untertags eher stärker besonnt, aber gerade in den Abendstunden wird es dann sicher auch erträglich werden beziehungsweise wird auch die Westseite, die eben dann am Abend, wo die, stärkste Sonnenexponierung ist, habe ich vor, die Laube mit einem Wein bewachsen zu lassen, um eben da auch einen natürlichen Schatten zu erhalten.

(FI) Wir haben in einigen Episoden über die Umbauarbeiten an deinem Haus gesprochen. Du hast darüber berichtet, wie du das angegangen bist. Ich stelle in die Shownotes zu dieser Episode einen Link zu den anderen Episoden, wenn Hörer und Hörerinnen tieferes Interesse an deinem Bauprojekt hätten, dass sie sich da noch genau informieren können. Und in einer dieser Episoden geht es auch um den bestehenden Sockel des Hauses, der ist ebenfalls Steinmauerwerk und wie du ja schon erwähnt hast, dein Großvater hat dieses Steinmauerwerk ja sehr fachkundig ausgeführt. Der war einerseits Schmied bei der Wildbach- und Lawinenverbauung, war aber auch dort mit Steinmauerarbeiten beschäftigt. War das für dich einer der Auslöser, dass du auch diesen Gartensitzplatz in Steinmauerwerk, in Bruchsteinmauerwerk ausführen wolltest?

(JS) Ja, natürlich, ganz klar. Es ist einerseits eben das Sockelmauerwerk des Hauses Es ist andererseits aber auch eine sehr große Abgrenzungsmauer gegenüber einem Nachbarn, was mein Großvater da eben in diesem, Natursteinmauerwerk errichtet hat. Und um eben auch dieses Konzept fortzuführen und diese Gartengestaltung auch in dieser Optik zu erreichen und in dieser Qualität, wollte ich eben diese, und es ist jetzt eben die Umgrenzungsmauer dieser Terrassenanlage, in diesem Natursteinmauerwerk errichten.

(FI) Vielleicht, dass sich unsere Hörerinnen und Hörer ein besseres Bild machen können. Es ist ein Mauerwerk, der Bestand, die Dinge, die dein Großvater gemacht hat. Das sind unregelmäßige Kalkbruchsteine aus Kalken, die im Salzkammergut anstehen. Ich nehme an, das sind Dachsteinkalke, Pötschenkalke und die sind, unregelmäßig in ihrem Umriss, also das sind keine Quadern, das ist kein Quadermauerwerk, und auch das Mauerwerk des Bestandes ist nicht scharhaft vermauert, sondern wirklich wie Zyklopenmauerwerk, wo diese verschiedenen Polygonformen der Oberfläche möglichst dicht und kompakt wie in einem Puzzle zusammengefügt sind.

(JS) Ja, beim Sockelmauerwerk des Hauses ist es sehr schön, weil man sieht, das ursprüngliche Haus, was mein Großvater errichtet hat, das hat er eben noch scharweise gemauert. Also da sieht man genau die horizontalen Fugen durchlaufen, und beim Zubau hat er dann eben diese jahrzehntelange Tradition, wo er eben bei der Wildbach- und Lawinenverbauung sehr viel gemauert hat, aber auch dann abseits der Arbeit bei sehr vielen Projekten. Im Ort sieht man immer wieder Mauern von ihm und da hat er das eben dann schon durchgeführt. Meiner Meinung nach deutlich besser gekonnt und sicher auch der Anspruch von ihm persönlich war höher. Und jetzt sieht man eben sehr schön den Altbau, dieses scharenhafte Mauerwerk und dann beim Neubau dieses Zyklopenmauerwerk.

(FI) Ich habe da auch einen persönlichen Bezug. Insofern hat er sehr viel zusammengearbeitet mit dem Moser Roman, der ein gelernter Steinmauerer war. Die beiden waren äußerst tüchtige und strebsame Arbeiter bei der Wildbach-Lawinenverbauung. Und die haben mit mir in einer Partie zusammengearbeitet. Und ich habe, wie ich mein Steinmauer-Projekt angegangen habe, noch die Möglichkeit gehabt, mit dem damals pensionierten Moser Roman, der hat mir das Steinmauern gezeigt. Also das war mein Lehrmeister und der Arbeitspartner deines Großvaters.

(JS) Genau, ja. Zum Projekt selbst ist eben diese Umrandungsmauer der Terrasse, also die ist an drei Seiten quasi dann von dieser Mauer umschlossen und, ungefähr die Hälfte dieser Mauer ist doppelt ausgeführt. Also es sind zwei Mauern, die nebeneinander parallel verlaufen und somit im Zwischenraum einen ca. 50-60 cm Abstand die Möglichkeit eines Kräuterbeets bieten. Jetzt habe ich mir entschlossen, dass das ein bisschen nicht ganz so eintönig aussieht. Die innere Mauer steigt an und die äußere Mauer fällt ab, also das Erdniveau dieses Kräuterbeetes wird dann vom einen Ende bis zum anderen immer tiefer, und somit ist die innere Mauer dann in diesem Bereich, wo es eben höher ist als das Kräuterbeet, von beiden Seiten sichtbar. Also da habe ich auch die besondere Schwierigkeit gesehen, wenn man dann eben wirklich auf beiden Seiten eine schöne Optik haben muss. Andererseits der Großteil dieser doppelten Mauer ist eben so gestaltet, dass dann nur die äußere sichtbare Seite optisch schön sein muss und die innere Seite eben dann mit einem Stampfmörtel ausgefüllt sein kann.

(FI) Da sind wir ja in der uralten Tradition des römischen Schalmauerwerks. Wir finden bei römischen Mauern, das war eigentlich die Standardmethode der Römer, zwei Schalen aufzustellen. Also eine Schale war die Innenfläche der Mauer, die andere Schale die Außenfläche der Mauer. Und man hat jeweils auf Sicht zur Innenseite hin, zur Außenseite hin sehr schön, sehr eben, sehr sorgfältig gemauert. Während in den Zwischenraum hinein die Steine, je nachdem wie sie tief oder nicht so tief waren, unregelmäßig hineingeragt haben und dieser Zwischenraum wurde dann eben so, wie du das beschrieben hast mit einem Mörtelmaterial bei den Römern, war das das sogenannte Opus Caementicium, wurde das ausgefüllt. Also du bist ja da eigentlich in einer uralten Bautradition. Aber jetzt zum Bauablauf, vielleicht die erste Frage, wie bist du zum Steinmaterial gekommen, wie hast du dir das Steinmaterial besorgt?

(JS) Ja, einerseits weiß ich aus den Aufzeichnungen meines Großvaters, dass von ihm, zumindest vom Zubau des Hauses weiß ich, dass das Steinmaterial aus einem Steinbruch in Bad Ischl gekommen ist, der aber leider aufgelassen wurde und somit die Möglichkeit nicht bestanden hat, aus dem gleichen Steinbruch die Steine zu beziehen.

(FI) Ist das der Müllegger Steinbruch in Bad Ischl? Das ist ja ein Steinbruch, der hat ja sehr schöne Werksteine, also so Buntkalksteine, sehr bekannt ist zum Beispiel der Ischler Rehbraun. Also eine einerseits sehr schöne Steinsorte, die für Innenausstattungen verwendet wurde. Man findet ihn in manchen Salzkammergutobjekten, noch zum Beispiel in der Sparkasse im Bad Goisern ist der Boden aus diesem Ischler Rehbraun. Aber er war auch ein äußerst frostsicherer, hochwertiger Kalkstein und wurde auch für Stütz- und Futtermauern entlang von Straßen verwendet und eben auch für Wildbachverbauungen.

(JS) Genau. Somit hatte eben mein Großvater da auch den Bezug, auch von der Arbeit her. Das hätte mir natürlich sehr gefallen, aus demselben Steinbruch die Steine zu verwenden. Das ist eben nicht möglich. Und ich habe mich dann umgeschaut bei den regionalen Steinbrüchen und habe dann auch angefragt, erst einmal entweder keine Rückmeldungen oder, auch Absage bekommen und mir dann nachgefragt habe, warum eben das nicht möglich ist, von diesem Steinbruch die Steine zu beziehen. Die Antwort habe ich dann bekommen, dass die Sortierung, wie ich gesagt habe, die Größen, die ich bräuchte, das können sie mir nicht liefern, weil in der Form können Sie mir das nicht sortieren. Ich habe dann gesagt, wichtig ist, dass ich Steine bekomme. Wenn sie zu groß sind für das Projekt, dann werde ich mir die selbst dann entsprechend spalten. Das ist kein Problem und habe dann eben die Möglichkeit gehabt, in einem Steinbruch in Bad Goisern das Material zu beziehen und auch eben auf die Baustelle geliefert zu bekommen.

(FI) Also das ist mit dem LKW an die Baustelle gehalten.

(JS) Genau, in dem Fall mit einem Dreiachser-LKW und auch das war schon sehr knapp in den Garten nach hinten. Mit größerem Fahrzeug sicher gar nicht möglich gewesen. Aber ich bin sehr froh, weil ich habe, muss man vielleicht auch dazu sagen, ich bin natürlich noch nicht fertig mit dem Projekt. Ich rechne noch etwa ein Jahr, bis dass die Steinmauer wirklich fertig ist. Habe ich mir jetzt einmal eine Lieferung mit 17 Tonnen Steinen bekommen und das ist in etwa die Hälfte, was ich im Gesamten brauchen werde. Und eben bin ich sehr froh, dass ich diese 17 Tonnen nicht vom vor dem Haus irgendwo dann nach hinten bringen muss, sondern dass sie wirklich vor Ort abgeladen wurden.

(FI) Wie viel haben diese 17 Tonnen gekostet?

(JS) Ich habe bisher noch keine Rechnung bekommen, weil eben eventuell eine zweite Fuhre noch aussteht. Das weiß ich aber nicht, ob ich die in diesem Jahr noch beziehen möchte oder lieber dann im Frühjahr, weil ich denke, in diesem Jahr werde ich mit den Steinen, die ich aktuell zur Verfügung habe, noch auskommen.

(FI) Es sind dann 17 Tonnen Steinmaterial in deinem Garten gelegt. Wie war das Gefühl?

(JS) Ja, ein erstaunlicher Haufen da ist. Es war sehr schön, wenn dann aber die Nachbarn oder Anrainer eben vorbeigegangen sind am Feldweg und bestaunt haben diesen Riesenhaufen an sehr großen Steinen. Aber erstaunlich jetzt einfach nach vier, fünf Wochen, wie viel da einfach jetzt schon weggekommen ist davon.

(FI) Wie groß waren hier die größten Steine, die angeliefert wurden? So etwa geschätzt vom Volumen, vom Gewicht in welcher Liga? War da das Größtkorn quasi dieses Haufens?

(JS) Also die größten Steine sollten in etwa 150 Kilo vom Gewicht und eben so 60, 70 Zentimeter die längste Kante haben.

(FI) Wie bist du es dann angegangen? Du hattest den Plan, du wusstest schon, wie das Ganze aussieht. Wie hast du es im Gelände angerissen mit Schnüren oder wie hast du im Gelände die Position markiert?

(JS) Es waren einige Kanten schon für mich klar, weil das eben die Außenumrisse dieses ehemaligen Gemüsegartens waren, wo auch Beton, dünne Betonmauern bereits standen. Ich habe kurz überlegt, diese Betonmauern zum nach unten graben, also für das Fundament gleich als Innenschalung zu verwenden. Ich habe mich aber dann doch entschieden, diese Betonteile herauszunehmen. Es sind sehr schöne, in etwa einen halben, ich glaube genau einen halben Meter, also eine Schaltafelbreite in der Höhe und etwa fünf Zentimeter dick Betonplatten, die betoniert wurden und dann versetzt.

(FI) Selbst produzierte Fertigteile vermutlich von deinem Großvater.

(JS) Genau, von meinem Großvater. Und ich habe die eben in etwa in Längen zwischen einem Meter zwanzig und einem Meter achtzig wieder abbrechen können und habe sie vorsorglich auf die Seite gelegt. Einige wurden schon von meinem Vater wieder verwendet und die anderen werde ich später dann, wenn ich auch den Gemüsegarten überarbeite, wieder für niedrige Beete in ähnlicher Funktion in Einsatz kommen. Diese meisten Kanten waren durch diese ehemalige Mauer gegeben und abschließend durch, diesen Grundriss dann ein Halbbogen und da habe ich mir im Prinzip den Mittelpunkt, wo dann später auch die Grillstelle entstehen werde einen Metallstab eingeschlagen und dann mit einem Seil entsprechend dem Radius aufgenommen und mir da dann Holzstücke in Abstand gesetzt.

(FI) Der erste Schritt bei so einem Projekt ist ja die Fundierung. Wie bist du an dieses Thema herangegangen? Hast du überlegt, hier frostsicher zu fundieren? Wie tief hast du? Auskommen ist im Prinzip ein Streifen, so ein Fundament sein, das genau so verläuft, wie dann die spätere Mauer verläuft.

(JS) Genau, ich habe ein Zwischenmaß gewählt, definitiv frostsicher, wäre ja im Salzkammergut, ab 80 cm. Ich habe mich für 60 cm entschieden, allerdings 60 cm vom fertigen, späterem Niveau. Das ist eben bei der Innenmauer, nachdem das Gelände etwas abfällt, und die Terrasse ja dann ein geringeres Gefälle aufweisen wird, ist bei der inneren Mauer dann teilweise auch 80 Zentimeter tief geworden, aber ansonsten 60 Zentimeter tief. Habe ich da händisch ausgegraben.

(FI) Wie breit?

(JS) So zwischen 25 und 30 Zentimeter. Wir haben ja einen Lehmboden, wo man sehr schön senkrecht nach unten stechen kann. Und dann eben auch nichts nachfällt von dieser Erde und habe das eben in dieser Tiefe ausgehoben.

(FI) Wie viele Laufmeter waren das und wie viele Tage Grabungsarbeit?

(JS) Ja, die Laufmeter sind glaube ich in Summe in etwa 37, eben mit diesem Teil, was dann auch doppelt ist. Ich denke, es werden schon 15 Tage, denke ich, werde ich ungefähr gegraben haben.

(FI) Und dann war der Graben, die Fundamentkünette fertig und wie ist dann der Schichtaufbau erfolgt.

(JS) Genau, da habe ich dann ein Bruchmaterial, 16/32er Körnung, ohne Feinanteile, das schön kapillarbrechend ist. Wieder hineingefüllt und verdichtet und auf diesen...

(FI) Mit einem Handstampfgerät oder mit einem pneumatischen...

(JS) Mit einem Handstampf, also der hat eine Eisensohle mit circa 15 x 15 cm und einen hölzernen Stiel und mit dem habe ich das verdichtet, lagenweise. Und auf dieses Bruchmaterial dann eben ein Betonfundament in etwa 20 cm hoch und eben die Grabenbreite und auf dieses Betonfundament habe ich dann die Mauer errichtet.

(FI) Hast du dieses Betonfundament mit Betoneisen bewehrt?

(JS) Da habe ich einen Stab, einen Torstahl eingelegt, sollte wirklich irgendwo was nachgeben, dass nicht gleich an dieser einen Stelle dann das Betonfundament bricht.

(FI) Und dann war die Basis geschaffen, von der dann das Mauerwerk aufgeht. Und da wird es jetzt spannend. Wie hast du das Steinmaterial vorbereitet und wie bist du das Mauern angegangen?

(JS) Begonnen habe ich dann quasi am Ende dieses Halbkreises, wo diese zwei Mauern sind. Und da sind eben zwei 90-Grad-Ecken, wo dann diese zwei Mauern wieder weggehen. Und da habe ich natürlich Steine gesucht, die schon in etwa diese 90 Grad mit beiderseits dann schönen Seiten gehabt haben und habe dann einmal diese Ecksteine im Grunde, als erstes versetzt, weil dazwischen kann man dann natürlich alles Mögliche einbauen.

(FI) Die waren dann also fast quaderförmig oder quaderähnlich, diese Ecksteine.

(JS) Ja, eben zwei Kanten sind wirklich schön 90 Grad. Natürlich hinten ist es dann nicht so tragisch, wo man es nicht sieht, aber diese zwei Kanten. Und was auch besonders wichtig ist natürlich, dass vor allem die Unterkante auch annähernd horizontal liegt, damit der Stein schön liegt. Vor allem wenn man dann höher hinaufkommt in der Mauer, ist einfach das Wichtigste, dass dieser Stein von alleine im Prinzip gut im Mauerwerk liegt und nicht, dann wenn man aufsetzt auf das Mörtelbett nach vorne wegrutscht.

(FI) Hast du die Mauern genau vertikal konzipiert oder mit einem sogenannten Anlauf, dass die Mauer leicht nach hinten zurückfällt?

(JS) In diesem Bereich, wo es eben so niedrig ist, sind wir in etwa bei 80, 90 Zentimeter Mauerhöhe, habe ich es vertikal gemacht, werde aber dann in dem Bereich, wo ich jetzt gerade bin beim Mauern und es wird diese innere Mauer immer höher, und bin jetzt im Bereich von ungefähr 1,10 Meter. Und da beginne ich jetzt die Mauer unten etwas breiter zu machen und dann nach oben etwas zu verjüngen, weil es auch einfach von Mauern einfacher ist.

(FI) Du hast jetzt diesen Riesenhaufen, diese 17 Tonnen Steinmaterial in Größen bis zu etwa 250 Kilogramm. Wie hast du dann die zu großen Steine zerkleinert oder hast du mit dem Zerkleinern noch zugewartet oder einmal das Material verwendet, das bereits die richtige Größe hatte?

(JS) Ja, teils, teils. Ich habe immer wieder einmal zwischendurch auch wieder Steine vorbereitet, die man auch später dann verwenden kann, dann wieder einige vermauert und so bis hin und her gegangen. Das Zerkleinern der Steine habe ich mit einer Treibkeil-Technik gemacht. Also das habe ich aus deinem Podcast in erster Linie und habe mir dann eben solche Treibkeile besorgt. Drei Stück geht eigentlich wunderbar. Ideal wäre es, wenn man ein bisschen versucht zu eruieren, wo der Stein seine natürlichen Schichten hat und dann eben in diesem Bereich mit einem, Bohrhammer Löcher zu bohren und diese dreiteiligen Treibkeile einzusetzen und dann mit einem Fäustl einfach entsprechend abwechselnd diese Treibkeile hineinklupft und dann, brechen die wunderbar auseinander.

(FI) Weil Stein besitzt ja, was nicht jedem bekannt ist, ähnlich wie Holz, ein sogenanntes anisotropes Gefüge. Also es gibt Richtungen im Stein, die gehen vom sogenannten Lager aus, gerade die Kalksteine des Salzkammerguts, liegen ja auf mehr oder weniger oder treten in mehr oder weniger horizontalen Schichten auf. Man nennt diese horizontalen Schichten das Lager bzw. den Gang auf. Und parallel zu dieser Ebene und im rechten Winkel zu dieser Ebene brechen die Steine besonders leicht und gut. Es kommt auch dazu ganz ähnlich wie beim Holz, so wie frisches Holz besser zu bearbeiten ist als bereits sehr lange abgelagertes Holz. So ist es auch beim Stein, dass das bruchfrische Material leichter zu bearbeiten ist. Ich gehe davon aus, dass du von deinem Großvater sehr viel Steinwerkzeuge geerbt hast, also auch zum Beispiel sogenannte Meißenhammer bzw. Schellhammer zum Spalten der Steine. Hast du diese Werkzeuge auch zum Spalten und zum Bearbeiten verwendet oder war es bei dir in erster Linie die Treibkeiltechnik?

(JS) Also wenn ich wirklich einen großen Stein in zwei Teile spalten wollte, dann habe ich die Treibkeile verwendet. Aber dann vor allem zum Zurichten oder auch wenn irgendwelche größeren Nasen oder so abstehen, die man dann abschlagen wollte, habe ich auch die Hämmer meines Großvaters verwendet. Habe zwischendurch auch etwas probiert mit Meißel und dem Fäustl. Mal kurz überlegen, wie der Meißel heißt.

(FI) Sprengeisen.

(JS) Ja genau, Sprengeisen. Eine sehr stumpfwinklige Schneide, was, wenn man wirklich ganz detailliert dann noch etwas abnehmen will, auch sehr gut funktioniert, aber eigentlich mit diesen klassischen Hämmern, ich glaube auch Bossierhämmern kann man sagen, funktioniert das sehr gut, weil man einfach mit einer Hand dann auch den Stein halten kann, mit dem zweiten mit dem Hammer oder auch, wenn es dann größere Teile sind, die man absprengen möchte, habe ich auch einen sehr schweren und langstieligen Hammer, wo man dann eben mit beiden Händen auf den Stein einschlägt.

(FI) Ich gehe ja davon aus, dass du diese Techniken nicht mehr von deinem Großvater gezeigt bekommen hast Oder hast du da irgendwann einmal früher Erfahrungen in dem Bereich sammeln können? Oder war dieses Projekt wirklich was, wo du frisch gestartet bist und einfach, die Sache mit Versuch und Irrtum angegangen bist?

(JS) Die einzige Berührung, die ich mit meinen Großvatern auf diesem Gebiet gehabt habe, ist, wo ich einmal eine sehr kleine, wo ein Rosenstock drinnen ist, ein kleines Mäuerchen in dieser Technik auch gemacht habe vor vielen Jahren. Und da, das habe ich auch einfach angegangen und da hat mir mein Großvater dann ein bisschen gesagt, was ihm nicht so gut gefällt, das ist vor allem auch, wie man dann diese Steine gesetzt hat, die sogenannte Pixen, also eine Kreuzfuge, die eigentlich nie entstehen sollte bei dieser Mauertechnik. Genau, aber das war eigentlich der einzige Berührungspunkt. Ansonsten habe ich mich jetzt einfach ein bisschen informiert und natürlich von deinem Podcast auch sehr viel zu dem Thema schon gehört.

(FI) Da stelle ich auch in die Show Notes einen Link speziell zu dieser Episode, wo so meine Erfahrungen mit dem Steinmauern geht. Wie war das für dich, die Erwartungen, und wie es dann in der Realität ausgeschaut hat? Also war es quasi hart, war es enttäuschend, ist es nicht so leicht gegangen, wie du das vorgestellt hast, oder ist es eigentlich gut gelaufen, wie du eigentlich eine für dich, neue Arbeitstechnik begonnen hast?

(JS) Eigentlich ist es sehr gut gelaufen. Auch der Fortschritt bisher finde ich sehr herzeigbar und hätte ich nicht geglaubt, dass es so schnell geht. Was ich wirklich unterschätzt habe und auch teilweise dann Fehler eingebaut habe, ist, dass eben nicht nur um den später sichtbaren Kopf des Steines geht, sondern eben vor allem auch um diese Lagerfuge. Und wenn man dann einen Stein findet, der vom Kopf her perfekt passt, aber diese eben untere horizontale Fuge, die dann in die Mauer hineingeht, nicht passt und dann vielleicht, weil eben der Kopf so schön passt den trotzdem vermauert und dann fällt er einen wieder herunter, da hat es, einige Momente gegeben, wo ich mich einmal geärgert habe und dann wieder einen anderen Stein suchen musste. Aber ansonsten und mittlerweile glaube ich, kann ich es einfach deutlich besser einschätzen, welche Steine geeignet sind und wie ich sie auch hindrehen muss, damit sie wirklich gut liegen.

(FI) Ich habe speziell zu diesem Thema die Erfahrung gemacht, dass zwischen der sichtbaren Kopffläche, also der Vorderfläche, der später in der Mauerebene Sichtfläche des Steins und der Lagerfläche dort, wo er aufliegt, dass dieser Winkel zwischen diesen beiden Flächen etwas kleiner als 90 Grad sein sollte. Also wenn der so zwischen, so um die 85 Grad ist, dann ist dieser Stein, wenn man ihn einmal provisorisch auf die Lagerfuge stellt, fällt der eher natürlich nach hinten zurück und ich habe dann die Lagerfuge hinten erhöht. Also es ist dann eine leicht keilförmige Lagerfuge, wo ich dann zum Beispiel auch Steinsplitter mit dem Handfäustel von hinten in die Lagerfuge geschlagen habe, sodass sich dann der Kopf in die richtige Position nach vorn geneigt hat. Während wenn der Winkel zwischen Kopffläche und Lagerfläche deutlich größer als 90 Grad ist, dann wird einerseits die Lagerfuge vorne sehr hoch, und es besteht natürlich die Tendenz, dass der Stein nach vorne abrutscht. Diese Tendenz passiert auch, wenn der Mörtel zu nass ist und zu stark gleitet. Welchen Mörtel hast du verwendet und wie hast du den Mörtel gemischt?

(JS) Beim Mörtel habe ich ja an dich eine Anfrage gestellt, was mir du empfehlen würdest. Also für mich war klar, ich hätte gern etwas möglichst diffusionsoffenes, dass eben möglichst Frostschäden hintangehalten werden. Und habe da natürlich auch aufgrund, was du im Podcast schon erwähnt hast, bin ich sofort auf den Kalk natürlich gekommen. Aber gerade eben, es gibt ja sehr viele verschiedene Kalken, also niedrighydraulische, hochhydraulische, Sumpfkalk und so weiter und da habe ich dann die Frage an dich gestellt, was du da empfehlen würdest und bin dann zum, Bindemittel einerseits einen niedrighydraulischen Kalk, also einen pulverförmigen Kalk, 1 zu 1 auch mit einem Sumpfkalk, also in gleicher Menge, und eine kleine Menge Trassitkalk, also einen hochhydraulischen, damit der Mörtel etwas schneller anzieht und dann auch nach wenigen Tagen bereits schon eine gewisse Festigkeit erhält. Also vom Bindemittel sind es eben diese drei Komponenten und der Zuschlagstoff sollte ja ein kantkörniges Material sein.

(FI) Damit es nicht so leicht rutscht, weil wenn es ein Rundkorn ist, funktioniert es fast so wie ein Kugellager. Also je kantiger der Zuschlag, desto stabiler die Fuge.

(JS) Da habe ich eben dann bei meinem Lieferanten geschaut, was er anbietet und wirklich ein scharfes Sandmaterial hat er nicht im Programm. Jetzt habe ich mich entschieden, einen Splitt zu verwenden, einen 2-4er-Splitt, also von 2 mm klein bis 4 mm Größtkorn, eben kantiges Material. Und für die Feinteile habe ich dann noch 1 zu 1 einen Estrichsand hinzugemischt.

(FI) Und das hat gut funktioniert.

(JS) Das hat gut funktioniert, genau. Und das habe ich dann möglichst trocken angemischt, also in einer erdfeuchten Konsistenz. Was auch sehr zu beachten ist, wo ich gesehen habe, der Sumpfkalk bringt schon so viel Feuchtigkeit mit, dass man eigentlich kaum Wasser braucht und wenn es den Zuschlagstoff anregnet, ist es schon zu viel. Also man muss ihn wirklich abdecken, weil sonst zu viel Feuchtigkeit bereits drinnen ist.

(FI) Dieses Material hat ja einen sehr hohen pH-Wert, also das haben wir vielleicht im Bereich von 12, 13, Also gerade diese Bindemittel auf Kalkbasis, das ist ja auch sehr aggressiv, wenn man das auf die Haut bekommt. Ich gehe davon aus, dass du mit Arbeitshandschuhen gearbeitet hast.

(JS) Das ist vielleicht von mir nicht so empfehlenswert, wie ich da arbeite. Ich habe einen starken Gegner von Handschuhen. Also wenn es nicht wirklich irgendwo gar nicht anders geht, arbeite ich immer ohne Handschuhe. Vermutlich ist das meiner Haut schon irgendwie gewöhnt. Aber ich verwende da wirklich teilweise eben bei den Fugen beim Ausstopfen meine Finger als Schalung.

(FI) Es war aber nicht so schlimm.

(JS) Es trocknet die Haut etwas aus und mein bestes Mittel ist dann das Melkfett, mit dem man die Haut wieder pflegt und dann ist das in Ordnung.

(FI) Und so hast du dann Schar für Schar aufgemauert. Gab es da noch irgendwelche unerwarteten Ereignisse? Gab es Dinge, mit denen du nicht gerechnet hast, wo es zum Ärgern war oder haben die Erfolgserlebnisse überwogen?

(JS) Klassisch Schar für Schar natürlich nicht, weil man braucht ja eine Schalung und man wird natürlich nicht das ganze Projekt einschalen und dann eben von unten nach oben arbeiten, sondern ich habe mir da so Schalungselemente, in meinem Fall eben dieser halbrunde Kreis, mit dem ich begonnen habe. Da habe ich mir so eineinhalb Meter diese äußere und innere Schalung vorbereitet und eben dann in etwa diese eineinhalb Meter immer weitergelegt. Gemauert natürlich dann gegen das Ende abfallend, also Ende nur den untersten Stein und dann geht es immer höher und dann diese Schalungselemente wieder um ungefähr einen Meter weiter gesetzt und so von einem Ende zum anderen gearbeitet.

(FI) Du hast eigentlich mit dem schwierigsten Teil, mit dem Halbkreis im Grundriss, also mit einer Zylinderfläche gearbeitet. Wie hast du die Sichtfläche dieses Zylinders, wie hast du da die Steine justiert oder wie hast du da, weil bei einer ebenen Mauerfläche ist es ja leichter, richtet man sich ein Lattengerüst, spannt eine Schnur und mittels Visieren, dass man also schaut, dass sich die Kanten des Lattengerüsts und die gespannte Schnur decken und dann abgleicht, ob das mit der Mauerfläche zusammenstimmt oder nicht, kann man ja die Steine haargenau in der Mauerebene positionieren. Beim Zylinder ist ja das ungleich schwieriger.

(JS) Ja, einerseits habe ich sicher auch nicht den hohen Anspruch wie mein Großvater beim Hausfundament, wo eben wirklich diese Steine, wenn man hineinzieht, alle auf der gleichen Ebene sind. Also da habe ich sicher den niedrigeren Anspruch, auch weil die Steine eben, ich die Köpfe nach Möglichkeit nicht bearbeite. Also ich suche mir wirklich die schönste Fläche als Vorderkante aus und die ist dann aber auch so wie sie ist und hat sicher auch, eine etwas ungleichmäßige Oberfläche und dann ist einmal ein Stein, der dann zwei Zentimeter weiter hinten oder drei Zentimeter weiter vorne. Also der Anspruch nicht ganz so hoch an diese vordere Seite.

(FI) Du hast da eigentlich mit Augenmaß und Gefühl gearbeitet.

(JS) Genau, und zusätzlich habe ich mir dann den Abstand von der Schalung immer noch etwas gemessen, dass das eben grob im Bereich plus minus ein paar Zentimeter ist.

(FI) Und die Schalung hast du aus lauter Latten zusammengebaut, dass die wirklich, im Grundriss halbkreisförmig ist oder letztlich ein Polygonzug?

(JS) Da habe ich, nachdem der Radius entsprechend groß ist, habe ich drei, Schaltafeln stehen, da ist noch dreimal einen halben Meter miteinander in den richtigen Winkeln verbunden und das ist dann entsprechend dieser Polygonzug. Und im sichtbaren Bereich, also oben natürlich der Abschluss, ist ja auch immer ein Stein. Demnach sieht man im Prinzip den Polygonzug dann nicht mehr, wenn das mit Erde befüllt ist.

(FI) Und den Zwischenraum zwischen der vorderen steingemauerten Schale und der Holzschalung an der Rückseite, hast du den mit Beton ausgefüllt?

(JS) Also ich habe vorne im Prinzip immer die Steine gesetzt und dann hinterm Stein so viel wie noch Platz war und eben zwischen die Steine. Das habe ich auch alles mit diesem Mörtelmaterial, mit diesem Kalkmörtel gefüllt. Und dann auch hinten natürlich dann Steine, kleinere Steine mit eingebaut, die eben dann nicht sichtbar sind, damit eben entsprechend wenig Mörtel in Verwendung kommt.

(FI) Aber eben nicht so wie die Römer eine Füllung mit Opus Caementicium, sondern im Prinzip alles gemauert und alles auf Kalkbasis von Bindemitteln.

(JS) Genau, und eben dann mit kleinen Latten, unterschiedlich großen, je nachdem wie man dazukommt, dann bis zu sehr kleinen Spreißeln, also Anzündholz, Feuerholz. Entsprechend verdichtet dann zwischen den Steinen die Fugen, wie gesagt vorne, am besten haben sie da bei mir geeignet die Finger, je nachdem wie groß die Fuge ist, ein, zwei, drei Finger und dann dementsprechend gegen diese provisorische Schalung dann den Mörtel verdichtet.

(FI) Und die sind schön in Position geblieben. Also es gab keine Misserfolge. Es war, dass dann am Ende des Arbeitstages, aber dann natürlich über Nacht Zeit zum Aushärten und wenn du nächsten Tag dann weitergemauert hast, war das, was du am Vortag gemauert hast, schon hinreichend fest.

(JS) Genau, am nächsten Tag hat es super gepasst. Natürlich waren die Steine teilweise sehr schwer waren und die Lagerfuge im Bereich dann vielleicht drei Zentimeter war, habe ich zusätzlich teilweise dann vorne in die Fuge springt ja etwas zurück. Dann habe ich da einen Keil eingelegt, damit man eben die Lagerfuge nicht zu stark auseinanderdrückt oder das Material eben zur Seite entweicht und am nächsten Tag diesen Keil dann entfernt und dann ist die Lagerfuge entsprechend ausreichend fest gewesen.

(FI) Und den Mörtel natürlich ganz traditionell hast du mit einer Kelle auf die Fuge. Also wenn du die Fugen hergestellt hast, hast du mit einer Mörtelkelle aus einem Mörtelkasten den Mörtel entnommen und auf die Steine aufgetragen und so die Fugen hergestellt.

(JS) Genau, ja. Ich habe auch zum Anmischen, weil man ja größtenteils sehr kleine Menge Mörtel im Grunde, weil man kann ja schwer sagen, bevor ein Stein wieder versetzt ist, wie der nächste dazu passt. Also natürlich habe ich dann auf beiden Seiten der Mauern, nachdem es ja zwei Schalen gibt, man Steine vorbereitet, aber trotzdem sind die Mengen des Mörtels, die man braucht, relativ klein. Und ich habe dann das nicht mit einer, wie beim Betonieren meistens, mit einer großen Schaufel und einem, mit Zwangsmischer oder auch Freifallmischer gemischt, sondern ich habe mir da mit Maurerpfannen die Mengen, weil da kann man sehr schön sagen, wie viel man wirklich erwischt von Zuschlagstoffen, von den Bindemitteln und dann mit einem, Mörtelrührgerät den entsprechend angemischt, also so im Bereich 20 bis 30 Liter pro Mischung Gesamtmörtelmenge.

(FI) Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Es ist, gerade wenn man diese erdfeuchten Mischungen mit einem sehr geringen Anmachwasseranteil herstellen möchte, ist das im Freifallmischer sehr schwierig. Zwangsmischer funktioniert gut, aber wenn es um wirklich kleine Mengen geht, habe auch ich die Erfahrung gemacht, es geht wirklich am besten dann mit einem Handmix, einem Baustellenrührgerät.

(JS) Ja, und vor allem der Reinigungsaufwand natürlich, weil wenn man dann wieder stundenlang mauert oder Steine vorbereitet, muss man ja auch zwischendurch reinigen und entsprechend den Mörtelrührer brauche ich nur in einem Kübel mit Wasser ein paar Mal durchrühren und dann ist der relativ sauber bzw. dann alle paar Tage einmal wirklich mit dem Hochdruckreiniger reinigen, wohingegen man größere Mischgeräte dann wirklich jedes Mal säubern muss.

(FI) Dann war die Mauer für heuer fertig. Du hast dann in der August, Anfang September das Mauern eingestellt. Wie viel Material ist der dann noch übrig geblieben?

(JS) Ja, also ich mauere schon noch weiter, die Frostperiode wird hoffentlich noch auf sich warten lassen, aber eben in kleineren Mengen und, ich würde sagen, dass jetzt etwa zwei Drittel oder drei Viertel von dem Material, das ich von diesen 17 Tonnen, die ich schon habe, mittlerweile etwa vermauert sind. Die liegen jetzt auch größtenteils vorbereitet. Also das habe ich auch die Erfahrung gemacht, nicht diesen großen Haufen und dann Steine versuchen. Das ist wie wenn man aus Lego etwas bauen möchte. Wir haben da früher in der Kindheit eine riesengroße Kiste gehabt. Und dass man genau den Teil, den man braucht, findet, ist dann sehr schwierig. Ich habe mir die Steine dann vorsortiert. Einerseits die, wo wirklich nur der Kopf des Steines schön ist. Also für die Fläche der Mauer, dann welche, wo man in 90 Grad Winkel zwei Flächen hat, die zueinander in etwa 90 Grad stehen und beide Flächen schön sind, die habe ich dann als oberen Abschluss. Beziehungsweise dann auch Steine, die in etwa diese 25 bis 30 cm zwei parallele Flächen haben. Schöne, die ich dann auch da verwenden kann, wo eben beide Flächen sichtbar sind. Da habe ich einerseits eben dann wieder diese Steine, die schon in dieser Breite vorhanden sind, beziehungsweise entweder habe ich mir sie hergespalten in diesem Bereich oder auch teilweise dann, zwei dünnere Steine verwendet und dazwischen noch eine stehende Fuge.

(FI) Ja, das deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Das Vorsortieren erleichtert dann die Arbeit ungemein.

(JS) Und die Auswahl der Steine, da hat mir mein Vater einen Tipp gegeben, was er von seinem Vater, von meinem Großvater gesehen hat, weil man hat eben diese, Mauer, die noch nicht vollständig ist und dann möchte man da einen Stein einpassen, und da hat er eben mir erzählt, dass mein Großvater da immer einen dicken, stabilen Draht hatte, den man dann eben genau in dieser Form, wie man den Stein braucht, biegen kann und dann kann man mit diesem gebogenen Draht zu den Steinen gehen, die auf die Köpfe drauflegen und schauen, wo die Winkel am besten passen.

(FI) Genau das hat mir mein Lehrmeister Moser Roman genauso gezeigt. Und das funktioniert wirklich gut. Der Draht muss aus, ich glaube, das sind sogenannte Walzdrähte, also aus einem sehr kohlenstoffarmen Stahl, dass er zwar hinreichend dick, aber trotzdem gut zu biegen ist.

(JS) Genau, entweder ein dicker Aluminiumdraht oder auch ich habe einen isolierten Kupferdraht in entsprechender Dicke. Das funktioniert sehr gut.

(FI) Wie viel Prozent deines Projekts hast du in einem Sommer geschafft, fertigzustellen?

(JS) Ich denke, es wird jetzt ungefähr zwischen einem Viertel und einem Drittel sein. Die Mauer steigt an und je höher sie wird, desto mehr Aufwand ist es. Ich rechne eben mit, ich habe Anfang August begonnen, also jetzt in etwa sechs Wochen, wo ich auch im Sommer sehr viel Zeit hatte, relativ intensiv verwendet und rechne, dass ich etwa im Herbst nächstes Jahr dann mit den Mauerarbeiten fertig bin. Ich habe ja jetzt teilweise auch schon begonnen mit der Verfugung der Mauer, also einerseits eben diesen Kalkmörtel, den Mauermörtel, wo ich eben die Steine versetzt habe. Und damit dann äußerlich ein schönes Bild entsteht und auch möglichst gleichmäßig, habe ich dann auch einen Fugenmörtel verwendet, auch wieder auf Kalkbasis, allerdings ein bisschen anders in der Gewichtung der Bindemittel, und zusätzlich auch mit etwas ungelöschten Kalk, das heißt man auch nur empfohlen, weil eben durch diesen Löschungsprozess, wenn das dann frisch angemischt ist, dieser Mörtel und dann dieser Löschprozess beginnt, der Mörtel noch etwas sich ausdehnt und dann schöner in der Fuge sitzt.

(FI) Und den hast du ja auch eingefärbt, den Mörtel.

(JS) Genau, bei diesem späteren Zubau des Hauses hat mein Großvater auch den Mörtel dunkel eingefärbt, damit sich die Fuge deutlicher von den Steinen abhebt und ein sehr schönes Bild ergibt. Ich wusste leider nicht, welches Material er zum Einfärben verwendet hat, gehe aber jetzt davon aus, weil es wirklich so, relativ genau gleich aussieht, dass er auch dieses Eisenoxid Schwarz verwendet hat, was wirklich super funktioniert zum Einfärben.

(FI) Sehr schön, weil da geht es ja darum, Pigmente zum Einfärben in so stark alkalischen Mischungen, die müssen kalkecht sein. Das ist einerseits Ruß, also Kohlenstoff, der hat aber das Problem, dass er so schlecht wasserlöslich ist, also dass er sich relativ schlecht in der Mischung verteilt und dieses Eisenoxid schwarz dürfte ganz gut funktionieren.

(JS) Es funktioniert tadellos, ja.

(FI) Naja, das ist der heurige Stand. Ich würde vorschlagen, wenn die Mauer fertig ist und du Zeit und Lust hast, würde ich dich dann um einen Endbericht bitten, wo du dann wirklich resümieren kannst, aber jetzt so, das erste Viertel ist fertig? Hast du es bereut oder nicht?

(JS) Nein, also, man muss ja auch sagen, eben nachdem der Umbau jetzt fertig ist, genieße ich es einerseits zu arbeiten, weil es mich freut, aber auch zu arbeiten, wo ich sage, es ist jetzt relativ egal, wie lange es dauert, weil im Grunde ist es eine Beschäftigungstherapie. Ich muss ja arbeiten in meiner Freizeit, sonst geht es mir psychisch nicht gut und das ist eine ideale Arbeit, weil man eben immer etwas zu tun hat, aber auch ganz entspannt da dahin arbeiten kann.

(FI) Joel, ich danke dir sehr herzlich für das Gespräch.

Über diesen Podcast

Simple Smart Buildings steht für Gebäude die einfach und dauerhaft gebaut sind. Für die Generationen vor uns war es ganz normal mit einfachen Mitteln dauerhafte Gebäude zu errichten. Diese Art zu bauen hat sich über Jahrhunderte bewährt und wir können daraus lernen. In den verschiedenen Regionen entwickelten sich aus lokal vorhandenen Baustoffen resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten. Dieser Podcast erzählt von Möglichkeiten einfach gut zu bauen.
Ab Folge 140 ist für jede Episode ein redaktionell bearbeitetes Transskript hochgeladen.

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von und mit Friedrich Idam und Günther Kain

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