Simple Smart Buildings

Simple Smart Buildings

Händisch betonieren

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In Zeiten materieller Not wird einfach gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in der "Häuslbauerbewegung" Wohnhäuser in Eigenregie und Nachbarschaftshilfe mit erstaunlich einfachen Technologien und Hilfsmitteln. Auch meine Eltern haben so gebaut. Im Jahr 2008 hat mir mein Vater Friedrich A. Idam (1936-2012) seine Erinnerungen an diese Zeit erzählt. In dieser Episode geht es um manuelle Herstellung, Transport und Einbau von Beton.

Tiefbauten als Simple Smart Buildings

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Das Prinzip der Simple Smart Buildings kann auch auf technische Bauwerke angewandt werden. In der Kulturlandschaft des österreichischen Salzkammerguts schützen noch immer Wildbachverbauten aus dem 19.Jh. den Siedlungsraum. Diese Bauwerke sind aus lokal verfügbaren Baustoffen mit spezifischen handwerklichen Fertigkeiten dauerhaft erbaut und fügen sich harmonisch in die Kulturlandschaft ein. In Anbetracht der durch die klimatischen Veränderungen gehäuft auftretenden Hochwasserereignisse erscheint es sinnvoll, die Zukunftspotenziale dieses nachhaltig wirksamen technischen Erbes auszuloten.

Gedanken zum Dachbodenausbau

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Die Nutzung von Dachböden als Wohnräume bringt schwer lösbare bauphysikalische Probleme mit sich.
Zusätzliche Informationen und weiterführende Links finden Sie in den Shownotes zu dieser Episode.

Gedanken zur Weiternutzung

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Der Abbruch bestehender Bausubstanz ist immer eine Verschwendung von Ressourcen und führte unweigerlich zu einer Vergrößerung des Müllberges. Grundsätzlich sollte daher die Weiternutzung der baulichen Altsubstanz immer die erste Wahl sein. Wird der Nutzungszeitraum von alten Gebäuden ausgedehnt, müssen weniger neue Häuser gebaut werden. Mit den zerbrechenden globale Lieferketten haben sich Baustoffe zu Beginn der 2020er Jahre signifikant verteuert. Es lohnt sich daher sowohl vom ökologischen als auch vom ökonomischen Standpunkt aus betrachtet, auch bis dahin wenig wertegeschätzte Bausubstanz aus der Mitte des 20. Jahrhunderts neu zu bewerten. Mit gezielten, sanften Eingriffen, wie etwa der bauphysikalischen Ertüchtigung der obersten Geschoßdecke und der Beibehaltung des durchlüfteten, nicht ausgebauten Dachbodens, können diese Gebäude mit wenig Aufwand einem neuen Nutzungszyklus zugeführt werden. Dabei kann die Gesamtenergiebilanz unter Berücksichtigung des Verbrauchs an "grauer Energie" und die Vermeidung von Rebound-Effekten durch Weiterverwendung bewährten Technologien, besser ausfallen als im Fall eines Abbruchs oder einer thermischen Vollsanierung.

Wissenstransformation

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Der Architekt Gregor Radinger leitet das Zentrum für Umweltsensitivität an der Donauuniversität Krems. Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts hat er das bauphysikalische Verhalten von Gebäuden im Österreichischen Freilichtmuseum Stübing untersucht. Dabei zeigte sich, dass in diesen alten Häusern auch an heißen Sommertagen ein angenehmes Raumklima herrscht. Durch kluge bauliche Maßnahmen ergeben sich in diesen alten Häusern auch gute Tageslichtverhältnisse.
Gregor Radinger erzählt in dieser Episode vom Zukunftspotenzial das in Bauwerken steckt, die vor der Zerstörung gerettet worden sind.

Zen-View

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Less is more. Durch Beschränkung wird ein kurzer Blick auf Weniges zum Besonderen.
Zusätzliche Informationen und weiterführende Links finden Sie in den Shownotes zu dieser Episode.

Paradigmenwechsel in der Architekturausbildung

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Zur Bewältigung der Klimakrise werden auch Architekt*innen gebraucht, die Problemstellungen in der hochkomplexen Struktur des Bauens kooperativ lösen können. Der Architekt Gernot Mittersteiner erzählt von der bestechender Methodik des Mathematiker und Architekt Christopher Alexander, der an der University of California in Berkley "Eine Muster - Sprache" des Bauens entwickelt hat. Dieses System fasst alle Themenfelder von der Regionalentwicklung bis zu den Detailaufgaben der Innenarchitektur in einem großen, übersichtliches System zusammen.

Baukultur im ländlichen Raum

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Der Architekt Gernot Mittersteiner erzählt von der Möglichkeit netzartige Muster-Sprachen zur Entwicklung einer lokalen Baukultur zu entwickeln. Dabei spielt das lokal vorhandene Erfahrungswissen und offene Bürger*innen-Beteiligungsprozesse die tragende Rolle. Auf diese Weise kann eine nachhaltige Baukultur der lokalen Kreisläufe mit hoher Gestaltungsqualität entstehen. Im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt ist ein solches Pilotprojekt für die Gemeinde Grundlsee geplant.

Eine Muster-Sprache des Bauens

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Der Architekt [Gernot Mittersteiner](https://www.architekturwerk.org/kontakt/atelier-mittersteiner/) erzählt von seinen Begegnungen mit Christopher Alexander und dessen bestechender Methodik. Der Mathematiker und Architekt Christopher Alexander lehrte an der University of California in Berkley und entwickelte eine netzartige Muster-Sprache des Bauens.
Zusätzliche Informationen und weiterführende Links finden Sie in den Shownotes zu dieser Episode.

Meine Werkzeuge

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Werkzeuge prägen das Berufsleben. Von der schwierigen Handhabung beim ersten Kontakt über den virtuosem Umgang im aktiven Beruf bis hin zur nachlassenden Geschicklichkeit im Alter spannt sich der Bogen. Es entsteht eine Wechselwirkung zwischen Werkzeug und Mensch, die sich gegenseitig formen. Die Werkzeugpflege optimiert die Verwendbarkeit, doch jahrelanges Schärfen verkleinert das Werkzeug bis letztlich zur Unbrauchbarkeit.

Über diesen Podcast

Simple Smart Buildings steht für Gebäude die einfach und dauerhaft gebaut sind. Für die Generationen vor uns war es ganz normal mit einfachen Mitteln dauerhafte Gebäude zu errichten. Diese Art zu bauen hat sich über Jahrhunderte bewährt und wir können daraus lernen. In den verschiedenen Regionen entwickelten sich aus lokal vorhandenen Baustoffen resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten. Dieser Podcast erzählt von Möglichkeiten einfach gut zu bauen.
Ab Folge 140 ist für jede Episode ein redaktionell bearbeitetes Transskript hochgeladen.

Feed-URL
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von und mit Friedrich Idam und Günther Kain

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